17. März 2017, 16:51 Uhr

Wozu Kräuter gut passen Raus aus dem Winterquartier Wurzelballen auswaschen Färberpflanzen im Garten Comeback der Schwiegermutterzunge Frühlingsblüher im Haus halten

17. März 2017, 16:51 Uhr
So manche Pflanze, die wir kennen, kann mehr als nur gut aussehen. Mit dem Mädchenauge etwa lassen sich Stoffe oder Papier einfärben. (Foto: dpa)

Frische Kräuter helfen dabei, die Zeit bis zum Frühjahr zu überbrücken. Kerbel, Koriander und Sauerampfer sind beispielsweise perfekt für einen Kräuterdip oder ein Kräutersüppchen. Darauf weist der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer hin. Petersilie eignet sich für Salatdressing, Möhren- oder Kohlrabigemüse. Auch Schnittlauch gehört in Salate, Soßen und Dips. Dill ist ein klassisches Gewürz zu Fisch, passt aber auch zu Kartoffelsalat und Dips. Viele Küchenkräuter enthalten nicht nur viele Vitamine und Mineralstoffe. Sie regen mit ihren Ölen auch die Verdauung an. dpa

Warum denn warten

von Tag zu Tag?

Es blüht im Garten,

was blühen mag.

Klaus Groth, Schriftsteller

Eine gängige Gartenregel besagt: Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen frostempfindliche Topfpflanzen wieder ins Freie. Aber das ist nur bedingt richtig. Warum? Bis circa Mitte Mai drohen in der Regel in Deutschland noch Nachtfröste. Daher ist es sinnvoll, Gemüsepflanzen erst dann in Beete und Balkon- und Topfpflanzen in Kästen zu setzen.

Aber es ist durchaus sinnvoll, die Kübelpflanzen schon früher aus dem Winterquartier zu holen – zumindest zeitweise. So sollte man sie bereits ab März bei frostfreiem Wetter tagsüber ins Freie stellen, um sie an die Witterung zu gewöhnen, rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Wichtig ist aber, dass die Töpfe nicht direkt komplett in der Sonne stehen, wo ihnen Sonnenbrand droht, sondern zunächst vornehmlich an einem schattigen, windgeschützten Platz. dpa

Gibt man einer Topfpflanze zu viel Dünger, dann sollte man ihren Wurzelballen auswaschen. Dafür stellt der Hobbygärtner den Pflanztopf auf einige Kieselsteine, damit das Wasser ablaufen kann, und lässt für 30 Minuten Leitungswasser über die Pflanzerde laufen, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Erde wird dabei nicht ausgespült, wenn das Wasser langsam fließt. Wichtig ist, anschließend erst wieder zu gießen, wenn die Erde gut abgetrocknet ist. In extremen Fällen von Überdüngung sollten Hobbygärtner die Pflanze umtopfen und dabei so viel alte Erde wie möglich entfernen. dpa

Rotkohl und Ostereier sind ein gutes Duo. Denn mit dem Gemüse kann man ganz natürlich und frei von Chemie die Schalen in verschiedene Rot- und Blautöne einfärben. »Daher heißt der Rotkohl in Süddeutschland auch Blaukraut«, sagt Herbert Voigt, Technischer Leiter des Botanischen Gartens der Universität Münster. Grüne Eier bekommt man mithilfe von frischem Spinat. Kurkuma hingegen sorgt für kräftiges Gelb, die Schalen der Zwiebel und Schwarzer Tee für orange beziehungsweise dunkle Brauntöne.

»Das Färben mit Pflanzen ist so alt wie die Geschichte der Menschheit«, sagt Fachbuchautorin Franziska Ebner, die sich seit rund 30 Jahren mit Pflanzenfarben beschäftigt. Bis zur Entwicklung der synthetischen Farbstoffe im 19. Jahrhundert wurden Farben aus Mineralien, Pflanzen und Tieren gewonnen. Heute erlebt die Tradition vor allem im Kunsthandwerk eine Renaissance. »Pflanzenfarben empfinden viele als schöner und wärmer. Sie kommen aus der lebendigen Natur, synthetische Farben hingegen aus Erdöl«, sagt Ebner.

Als Färberpflanzen bezeichnen Experten Pflanzen, die färbende Inhaltsstoffe besitzen. »Etwas gelbliches oder grünliches kann man eigentlich mit jeder Pflanze färben«, sagt Matthias Schuh, Gärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg bei Hamburg. »Aus Färberpflanzen lassen sich allerdings besonders intensive Farbstoffe herstellen.«

Für das Grundrezept nimmt Ebner gleich viel Farbdroge – also Blüten, Blätter oder Wurzeln – wie zu färbendes Material. »Die Pflanzenteile müssen mindestens eine Stunde auskochen, Wurzeln und Rinden etwas länger«, erklärt Ebner. Wenn der Sud ausgekühlt abgeseiht ist, legt die Buchautorin das vorgebeizte Färbegut in den Sud, erhitzt ihn wieder und kocht ihn je nach Material etwa eine Stunde lang.

Färberpflanzen sind zum Beispiel Efeu, Mahonie, Dahlien, Mädchenauge, Goldruten, Maiglöckchen, Große Brennnessel, Schlehe, Himbeere und Brombeere sowie Geranien, gelbe Schwertlilien und Grau-Erle. Die Blätter des Färberwaid machen blau. Beim Färber-Wau sind die Samen gelber Farbstoffgeber. Ebner rät, hiervon die ganze Pflanze zu ernten, wenn die Samen ausgebildet, aber noch nicht ausgereift sind.

Rot erhält man vom Färberkrapp und von der rot blühenden Stockrose. Sie bevorzugt einen sehr lehmigen, schweren Boden. »Je mehr Stickstoff der Boden enthält, desto größer werden die Triebe und Blüten«, erklärt Schuh. Eine Färberpflanze für Beet und Kübel ist die Aufrechte Studentenblume. Die einjährige, frostempfindliche Pflanze kann auf der Fensterbank vorgezogen oder ab Mitte Mai direkt im Freien ausgesät werden. Mit getrockneten Blüten lassen sich Textilien färben. Und: »Die Lebensmittelindustrie nutzt den Farbstoff Lutein zum Beispiel, um Eidotter noch gelber zu machen«, verrät Ebner.

Handschuhe tragen

Zu den Färberpflanzen gehören auch Bäume. Die Echte Walnuss gehört zu den ältesten überlieferten Färberpflanzen. Ihre grünen Schalen färben je nach Material hellbraun bis graubraun. »Beim Verarbeiten sollte man allerdings immer Handschuhe tragen«, empfiehlt Ebner. »Frische Nussschalen färben ausgesprochen gut.« Bis die unreifen Nüsse geerntet werden können, vergehen allerdings 10 bis 15 Jahre. dpa

Der Bogenhanf wirkt ein wenig, als wäre er aus der Zeit gefallen. Zwischen den 1950er und 70er Jahren war die auch als Sansevierie bekannte Zimmerpflanze äußerst beliebt. Dann – wie das mit der Beliebtheit immer so ist – flaute das Interesse ab. Bissig nannte man die Pflanze sogar Schwiegermutterzunge. Doch gerade der Retrolook bringt die Pflanze wieder zurück in die Wohnräume. Als »sehr stylish« beschreibt Gartenbau-Ingenieur Christian Engelke vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur in Berlin die Blätter der Sansevierie. Was Hobbygärtner zum Bogenhanf wissen müssen:

? Wie sieht der Bogenhanf eigentlich aus?

Das Laub ist schwertförmig, aufrecht und hat keine Stiele. »Die Blätter werden bei den unterschiedlichen Arten entweder einzeln, zu mehreren und in grundständigen Rosetten ausgebildet«, sagt Martin Nickol, Gartenkustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie können auch als Lanzetten, Lineale und Bänder geformt sein, sie sind flach, rund oder halbzylindrisch. Aber bei den meisten Arten sind die Blätter fleischig, und sie fühlen sich ledrig an.

? Woher stammt die Zimmerpflanze ursprünglich?

Der Bogenhanf ist hauptsächlich zwischen Ostafrika und Sri Lanka sowie im Süden Indiens verbreitet. Die Pflanze besiedelt von tropischen Wäldern über Halbwüsten unterschiedliche Lebensräume, erklärt Nickol. Der deutsche Name Bogenhanf verweist auf die zahlreichen Blattfasern. »Diese wurden in seiner Heimat Afrika zu Bogensehnen verdrillt«, erläutert Nickol. Auch heute noch werden für Touristen Körbe, Seile und Matten aus Sansevierenfasern geflochten und gedreht.

? Wo steht der Bogenhanf am besten?

Sansevierien mögen sonnige bis halbschattige Standorte. »Wie man aus vielen Büros weiß, überleben sie auch dunklere Ecken«, sagt Nickol. Dort fühlen sich die Pflanzen allerdings nicht besonders wohl. Generell sind die weiß-grünen Sorten lichtbedürftiger als die durchweg grün beblätterten. Sansevierien stammen aus tropischen und subtropischen Gebieten. Das bedeutet, sie vertragen keine tiefen Temperaturen. »Oberhalb von 15 Grad darf es gerne immer sein, wohler fühlen sich die meisten Sansevierien bei über 20 Grad«, so Nickol. Je nach Art entwickelt sich der Bogenhanf zu größeren Horsten, mal mit unterirdischen Rhizomen oder oberirdischen Ausläufern. »Diese wachsen gerne auch über den Topfrand hinaus«, erläutert Nickol. Er rät aber, erst umzutopfen, wenn die Pflanze den Topf sprengt. »In der Regel muss man die Pflanzen alle zwei bis drei Jahre umtopfen«, ergänzt Raumbegrüner Engelke. Ein hellerer Standort beschleunigt das Wachstum. Hobbygärtner sollten beim Umtopfen auf eine leichte, luftige Erde achten.

? Welchen großen Fehler können Hobbygärtner begehen?

Ein Vorteil ist zwar, dass die Zellwand sehr stark ist. Die Blätter machen nicht schnell schlapp. »Das heißt, die Pflanzen zeigen nicht gleich, wenn sie sauer sind«, sagt Gartenbau-Ingenieur Engelke. Aber dafür erkennt man Pflegefehler wie Wasserüberschuss oder Lichtmangel auch erst, wenn sie so gravierend sind, dass die Pflanze eingeht. Ansonsten handelt es sich um eine sehr pflegeleichte Pflanze. Zusammengefasst lässt sich sagen: Sie braucht weder viel Licht, nur relativ wenig Wasser und auf keinen Fall Staunässe, erklärt Engelke. Man darf den Bogenhanf aber immer nur von unten gießen, also direkt an der Erde. »Gelangt Wasser von oben in den Schaft, faulen die Pflanzen weg.« Darüber hinaus rät Engelke, den Staub regelmäßig von den Blättern zu wischen. Das sieht nicht nur schöner aus, sondern ist für eine optimale Lichtausbeute und damit für den Stoffwechsel erforderlich.

? Welche Arten und Sorten empfehlen Experten?

Der Klassiker ist für Engelke die Art Sansevieria trifasciata. »Die Sorte »Laurentii« hat querlaufende, dunkle Flecken und einen gelben Rand«, beschreibt der Experte. Sehr beliebt für moderne Einrichtungen ist die Sorte »Black Coral«, die auf dunkelgrünen Blättern unregelmäßige silbrige Querbänder aufweist. Die rundblättrigen Sorten stammen meist von der Art Sansevieria cylindrica ab, von der Engelke die Sorten.

? Blüht die Sansevierie eigentlich?

Ja. In der Regel sind die Blätter am Bogenhanf zwar das A und O, Nickol schwärmt aber von den Blüten: »Erst wenn man einmal eine Vollblüte bei der heimischen Sansevierie gesehen und gerochen hat, weiß man, dass diese Pflanzen für noch mehr als grüne Deko in der Ecke gut sind.« An sich sind die Blüten unauffällig, aber viele von ihnen zieren dichte Blütenstände. »Diese quetschen sich aus den dicht durchwurzelten Töpfen nach oben und verströmen vor allem in der Dämmerung einen guten, intensiven Duft«, erklärt Nickol. dpa

Sie sind schon da: Primeln, Stiefmütterchen, Tausendschön, Zwiebelblumen wie Hyazinthen, Narzissen, und auch die ersten Tulpen können bereits im Handel gekauft werden. Die Frühlingsblüher lassen sich auch gut in Töpfen im Haus halten. Dort sollten sie aber hell und weit weg von der Heizung stehen. Dazu rät der Bauernverband Landvolk Niedersachsen. Sie halten sich länger, wenn die Pflanzen nachts in ein kühleres Zimmer gebracht werden. dpa

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