01. Juni 2018, 16:06 Uhr

Von Apfelminze bis Zitronenmelisse

Petersilie für den Dip oder Oregano für die Pizza – Kräuter für die Küche lassen sich frisch aus dem Garten oder vom Balkon holen. Der Anbau gelingt sogar auf kleinstem Platz, etwa mit einer Kräuterspirale oder einem Hochbeet. Ein paar Ideen für den Bau.
01. Juni 2018, 16:06 Uhr
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Von DPA
Es gibt viele Möglichkeiten, einen Kräutergarten zu gestalten. Viele Vorteile bietet zum Beispiel auch ein rückenschonendes Hochbeet. (Foto: dpa)

Kräuter lassen sich im Garten auf kleinstem Raum anpflanzen. Und auch auf dem Balkon lässt sich eine recht große Auswahl für die Zubereitung von Speisen ziehen.

Die Auswahl: Zu den Klassikern aus der heimischen Aufzucht gehören Petersilie, Schnittlauch, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse, Rosmarin, Oregano und Estragon. Darüber hinaus setzt Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie gerne auf Pflanzen, deren Duft sie mag. »Zum Beispiel Colakraut, verschiedene Minzen oder Zitronenthymian. Da gehe ich einfach dran entlang, reibe an den Blättern und genieße das Aroma.« Die Minzen sind allerdings ein Spezialfall. »Die würde ich nicht in das Kräuterbeet pflanzen, weil die meisten wuchern, sondern in einen Kübel, wo sie sich nicht ungehindert ausbreiten können«, sagt Brunken.

Das Kräuterbeet: Für ein Kräuterbeet gibt es sogar in kleinen Gärten Platz: Schon ein sonnig oder halbschattig gelegener freier Quadratmeter reicht für die Aufzucht einiger Kräuter. Wer eine Fläche von etwa drei mal vier Metern übrig hat, kann Kräuter für eine vierköpfige Familie anbauen, erklärt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn. Im Sinne der kurzen Wege bietet sich eine Lage nicht weit entfernt von der Küche und mit einem Wasseranschluss in der Nähe an. »Bei der Aufteilung sollte man darauf achten, wie hoch welche Kräuter werden und welche mehrjährig sind«, rät Anne Staeves vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Optisch und auch zur Ernte ist es sinnvoll, kleinere Pflanzen vor höhere zu setzen. Gerade an einer Mauer oder vor einem Zaun ist das auch wichtig, damit alle Kräuter ausreichend Sonne abbekommen.

Die Kräuterspirale: Eine Beetvariante ist die Kräuterschnecke oder -spirale. Neben dem optischen Aspekt hat das sich spiralförmig nach oben windende Beet den Vorteil, dass es auf kleinstem Raum viel Platz bietet und die verschiedenen Ansprüche von Minze, Salbei und Co. abdeckt. Denn man kann hier gut die Böden in Zonen einteilen und unterschiedlich aufbereiten: Nach oben mit Sand aufgelockert für Kräuter, die es trockener mögen. Und nach unten mit Humus angereichert für feuchtere Standortwünsche. So geht’s: Zunächst eine Grube ausheben und eine Drainageschicht mit Schotter einfüllen. Das Beet besteht aus aufsteigenden Windungen, die innerste ist die höchste. Dafür mit Pflöcken und einer gespannten Schnur den Grundriss abstecken und den Oberboden der zukünftigen Beetrinne ungefähr spatentief abtragen, erklärt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Mit Natursteinen oder Ziegeln werden die Ränder der Spirale hochgezogen, sinnvoll sind Trockenmauern. »Im oberen Bereich und auf der Südseite der Kräuterspirale fühlen sich die mediterranen Kräuter wohl, zum Beispiel Rosmarin, Salbei, Thymian und Bohnenkraut«, erklärt Staeves. Hierfür wird Erde mit Sand gemischt, damit Wasser besser abfließen kann und »die Pflanzen dort keine nassen Füße kriegen«. Absteigend wird weniger Sand untergemischt. Ganz unten lässt sich etwas Kompost einarbeiten, rät Staeves. »Man kann unten sogar einen kleinen Teich einbauen, wo zum Beispiel Brunnenkresse gut wachsen kann.« Bedenken bei der Planung sollte man auch den Verlauf der Sonne: Sauerampfer oder Minzen zum Beispiel mögen es schattiger und werden in der Kräuterspirale an die sonnenabgewandten Stellen gepflanzt.

Das Hochbeet: Viele Vorteile bietet auch ein Hochbeet für Kräuter. »Es ist sehr rückenschonend und die Kräuter wachsen darin in appetitlicher Höhe«, sagt Expertin Brunken. Außerdem schützen Hunde- oder Hühnerbesitzer die Pflanzen, wenn sie sie höher setzen. Der Boden dieser Beetvariante sollte vor dem Anpflanzen für die Kräuter vorbereitet werden: Im Frühjahr wird ein wenig Kompost eingearbeitet, etwa drei Liter pro Quadratmeter. Im Sommer kann für Kräuter, die häufiger geschnitten werden, eine Mineraldüngung folgen. Eine zu hohe Stickstoffgabe verschlechtert allerdings das Aroma. Schädlinge und Unkraut werden nur durch Absammeln und Auszupfen bekämpft.

Der Kräutertopf: Besitzer sonniger Balkone halten sich am besten vor allem an Mediterranes wie Thymian, Salbei und Rosmarin. Auf schattigeren Balkonen gedeihen Kräuter wie Sauerampfer, Kresse, Rauke und Minze-Arten gut. Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen kommen in einen Kasten. Wie bei Kübelpflanzen üblich, sollte es unter der Erde eine Drainageschicht, etwa aus Blähton, geben. Auf keinen Fall sollte eine Pflanze im gekauften Topf einfach auf den Balkon gestellt werden. Sie haben oftmals zu wenig Erde, und gerade in Tontöpfen trocknen sie schnell aus, erklärt Brunken. »Entsprechend häufig muss man wässern.« Je größer das Erdvolumen, desto leichter stelle sich der Erfolg ein. »Petersilie und Schnittlauch, Thymian und Basilikum eignen sich sehr gut für Balkonkästen«, sagt Ute Franke vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner. »Liebstöckel ist nicht so günstig, weil das Kraut relativ hoch wird und nicht so schön aussieht.« Andere Kräuter tragen dagegen – oft kombiniert mit Sommerpflanzen – neben ihrer Nützlichkeit auch zur Dekoration des Balkons bei. »Es gibt Salbeisorten in verschiedenen Blattfarben, rötlich oder panaschiert«, erklärt Franke. »Und Rosmarin gibt es zum Beispiel als Hängerosmarin, das sieht sehr attraktiv aus.«



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