12. Mai 2017, 17:33 Uhr

Traumpaar mit Problemen Blüten aus Bomben Schnelles Grün für leere Flächen Unbefruchtete Äpfel werden abgeworfen Möhren sind leicht anzubauen Zu guter Letzt Orchideen ins Wasserbad Rhododendrondünger für Hortensien Seerosen sollen Teich nicht ganz bedecke

12. Mai 2017, 17:33 Uhr
Rosen werden gerne neben Lavendel gesetzt. Dabei haben beide Pflanzen ganz unterschiedliche Ansprüche. (Foto: dpa)

Rosen und Lavendel sind eine beliebte Kombination in Garten. Aber das vermeintliche Traumpaar hat ein paar ernste Beziehungsprobleme – und eignet sich laut dem Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau eigentlich nicht für ein gemeinsames Beet. Denn beide Pflanzen haben einen unterschiedlichen Bedarf an Wasser und Nährstoffen, der sich nicht vereinbaren lässt. Der Lavendel ist genügsam und mag einen Boden, durch den Wasser gut abläuft. Sonst können seine Wurzeln faulen. Rosen hingegen bezeichnen die Experten als Vielfraße, sie brauchen nährstoffreichen Boden im Beet oder Balkonkasten. Rosen bevorzugen auch einen frischen Lehmboden. dpa

Blühendes für karge Flächen: Die Waffe der sogenannten Guerilla-Gärtner sind Samenbomben für schöne Blumen. Sie legen kleine Erdkugeln voller Samen auf Brachflächen ab, ebenso auf Grünstreifen zwischen Straßen, auf dem Boden um Straßenbäume und in Parks. Ihr Ziel: karge Bereiche sollen im Sommer bunt erblühen. Das ist rechtlich nicht immer zulässig. Doch auch im eigenen Garten lassen sich Samenbomben verwenden – etwa, wenn man nicht durchgeplant Blühpflanzen aussäen möchte, sondern sich lieber überraschen lässt.

Die Samenbomben können Hobbygärtner leicht selbst herstellen. Dazu brauchen sie neben den Samen ihrer Lieblingsblumen nur übliche Blumenerde und feuchte Tonerde. Letztere dient als Bindemittel. Diese drei Bestandteile kommen in eine Schüssel. »Bei der Mischung kann man nach seinem Gefühl gehen«, sagt Alexa Herrmann vom Verein Thüringer Ökoherz in Weimar. Sie rät aber dazu, zur besseren Bindung lieber ein wenig mehr Ton- als Blumenerde zu nehmen. Die Masse wird dann zu kleinen Kugeln geformt, etwa in der Größe von Tischtennisbällen. Dann muss der Hobbygärtner die Samenbomben trocknen lassen. »Ein Tag reicht dafür in der Regel«, sagt Herrmann.

Die nun einsatzbereiten Samenbomben werden anschließend einfach im Garten abgelegt. Sobald es regnet, saugt sich die Kugel mit Wasser voll, und die Samen keimen nach und nach auf. Herrmann rät, keine Hybrid-Samen zu kaufen. Das sind Kreuzungen zwischen Eltern verschiedener Arten oder Unterarten. Diese Samen haben aber zwei Nachteile: Wiederum deren Nachkommen (F2) bilden ganz anders aussehende Pflanzen aus. Oder aber sie können gar keine weiteren Samen bilden – damit würde die neu bepflanzte Fläche bald schon wieder brachliegen. dpa

Manchmal muss es im Garten einfach schnell gehen. Und zwar nicht nur, weil man keine Geduld hat, bis der Garten prächtig grün zugewachsen ist. Sondern um zum Beispiel mithilfe von einer geschlossenen Pflanzendecke Unkraut zu verdrängen. Turbo-Pflanzen sind hier eine Lösung. »Das schnelle Wachstum der Pflanzen ist dabei aber nur ein Aspekt«, sagt Till Hägele, Abteilungsleiter für die Gewächshäuser im Botanischen Garten München-Nymphenburg.

Blickpunkte und Akzente

Sie schaffen auch rasch Blickpunkte und setzen Akzente. »So kommt es dann zu einer schnellen Aufwertung des Gartens.«

Das Nonplusultra in Sachen Turbo-Pflanzen kommt für Hägele aus dem Staudenreich: das Dickmännchen (Pachysandra). »Dieser immergrüne Bodendecker entwickelt sich sehr schnell«, erklärt der Buchautor. Natürlich kann man diese robuste und schattenverträgliche Staude mit geringem Abstand zu Wänden, Hindernissen und anderen Pflanzen setzen. Wer aber etwas sparsamer ist, pflanzt sie in größeren Abständen und lässt das Dickmännchen durch das turboschnelle Wachstum die Lücken im Beet schließen.

Ein weiteres Beispiel ist der Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum), der sogar im trockenen Schatten sehr gut gedeiht und Ende Mai je nach Sorte hell oder kräftig rosa blüht. »Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) samt sich aus. Deshalb pflanzt man ihn lieber etwas weiter und überlässt es den Sämlingen, die Lücken zu schließen«, erklärt Hägele das Vorgehen bei einer alternativen Turbo-Pflanze.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die sich rasch entwickeln und schnell Biomasse schaffen. Problematisch sei manchmal aber, dass sich das Wachstum einiger Pflanzen zugleich auch nicht einschränken lässt, erklärt Hägele. Er ist dagegen, das Wachstum eines malerischen und rasend wachsenden Gehölzes wie des Blauglockenbaums (Paulownia) durch Einschränkung der Nährstoffgaben und Schnitte zu drosseln.

Auch mit der Baumschutzordnung kann man dann schon nach wenigen Jahren in Konflikt kommen, da man einen großen Baum nicht einfach fällen darf. Hobbygärtner sollten sich beim Kauf schnell wachsender Pflanzen immer über mögliche Konsequenzen des Wachstums informieren.

Anders sei dies aber bei der Fassadenbegrünung. »Hier sind schnell wachsende Pflanzen willkommen«, findet Hägele. Gute Beispiele dafür sind Blauregen (Wisteria) und Schlingknöterich (Fallopia). »Beide Pflanzen können problemlos auf den Stock zurückgesetzt werden.« Sie lassen sich also radikal abschneiden, erklärt der Experte.

Die Pflanzen treiben wieder aus und entwickeln sich erneut zu einer grünen Tapete an der Hauswand. Es mag zwar sein, dass diese regelmäßige Aufgabe wie Sisyphos-Arbeit wirkt, aber das sieht man nicht dem Wuchs der Pflanze an.

Gut für den Boden

Turbo-Pflanzen helfen sogar dem Garten, gesund zu bleiben. Denn inzwischen werden aus Zeitmangel oftmals freie Flächen nicht mehr bepflanzt, sondern mit Kies bedeckt. Doch das kann dem Boden schaden: Sonne, Wind und Wetter greifen die Bodenstrukturen an, wenn sie brach liegen. Außerdem werden Nährstoffe ausgewaschen. »Die geschlossene Pflanzendecke schließt negative Effekte aus«, sagt Gartenbau-Ingenieur Hägele.

»Der Vorteil einer Bepflanzung besteht darin, dass die Temperaturen ausgeglichener sind und die Verdunstung durch die Pflanzen das Klima in der Umgebung verbessert.« Ein Garten wird attraktiver durch Pflanzen mit einer besonderen Ausstrahlung. »Der Etagen-Hartriegel (Cornus controversa) ist eine ganz ungewöhnliche Pflanze«, nennt Peter Berg, Gartenbaumeister aus Sinzig (Rheinland-Pfalz), ein Beispiel. Die Äste wachsen waagrecht und stehen damit in Etagen vom Stamm ab. »Es entsteht nicht nur eine markante Wuchsform, sondern auch eine leichte Transparenz, die diesen Baum zu einem spannenden Gestaltungselement macht«, erklärt Berg. Er wird dadurch zu einem Blickfang im Garten, der von dem ablenkt, was vielleicht stört.

Aber auch in dem bereits erwähnten Blauglockenbaum erkennt der Gartenbaumeister eine solche Attraktivität – vor allem aufgrund des imposanten Stamms und der blauen Blüten. »Der Stamm nimmt rasch an Umfang zu, sodass man daran sehen kann, wie der Baum wächst«, erklärt Berg. Doch das Gewächs ist nichts für kleine Gärten. Auch bei ornamentalen Gräsern hat man alljährlich einen überraschenden Effekt. »Im Frühling ist erst nichts da, und innerhalb von wenigen Wochen wachsen die Horste auf eine Höhe von bis zu zwei Metern«, erklärt Berg. Ein Beispiel für diese Wuchskraft ist für ihn vor allem das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus giganteus). Besonders fällt das auf, wenn das Gras als Solitär gesetzt wird. dpa

Viele Apfelbäume verlieren im Frühling ihre kleinen Früchte. Aber das ist in der Regel nicht schlimm – ganz im Gegenteil: Es handelt sich um einen normalen Vorgang der Natur. Die Bäume befreien sich von ungenügend befruchteten und überzähligen Früchten, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Zu viele Früchte überfordern einen Baum. Ein ausreichend befruchteter Apfel bildet Wachstumsregulatoren oder Pflanzenhormone, die vom Baum Nährstoffe, Zucker und Wasser für die Frucht einfordern. Das kann das Gehölz nur in einer begrenzten Menge leisten. dpa

Möhren (Daucus carota) sind gerade für Gartenneulinge eine perfekte Wahl fürs Gemüsebeet. Im Mai können die knackigen Wurzeln noch gesät werden. Damit sie gut wachsen, benötigen sie viel Sonne und einen humusreichen, lockeren Boden, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Ist der Boden zu fest, können sich die Wurzeln schlecht entwickeln.

Wer Möhren am liebsten roh knabbert, sollte knackige Bundmöhren wie die Sortenmischungen Rainbow oder Bunte Vielfalt wählen. Bei der Wahl des Standortes rät der BDG, darauf zu achten, dass keine anderen Doldenblütler wie Sellerie, Fenchel oder Petersilie direkt daneben stehen. Diese konkurrieren mit der Möhre nicht nur um Nährstoffe, sondern werden auch von ähnlichen Krankheiten befallen. dpa

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Marcus Tullius Cicero

Orchideen bekommen ihr Gießwasser idealerweise nicht mit der Kanne. Sondern sie werden für zehn Minuten in ein Wasserbad gestellt, in das auch die Pflanzennahrung gegeben wird. Dazu rät Art of Life, ein Zusammenschluss von Orchideenzüchtern. Danach lässt man den Pflanztopf gut abtrocknen, bevor er zurück in den Übertopf kommt. Das verhindert, dass sich Wasser aufstaut. dpa

Hortensien bevorzugen wie Rhododendren einen eher sauren Boden. Daher sollte man bei Böden mit zu hohem pH-Wert auch einen Spezialdünger für Rhododendren in das Pflanzloch geben, rät das Blumenbüro in Essen. Das Loch sollte etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Dieser wird für einige Minuten in Wasser getaucht, bis er sich vollgesogen hat, und kommt erst dann in das Pflanzloch. Den Aushub nun mit Kompost, Hornspänen und Rhododendrondünger vermischen und um den Wurzelballen geben. dpa

Seerosen (Nymphaea) im Teich wirken am besten, wenn noch etwas Wasseroberfläche zu sehen ist. Die Blätter sollten den Teich nur zu einem Drittel bedecken, rät daher Jörg Petrowsky, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner in Bonn. Das sollte man auch bei der Sortenwahl bedenken, da Seerosen sehr stark wachsen und sich ausbreiten. dpa

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