02. August 2019, 12:17 Uhr

Persönlichkeit statt Posing

02. August 2019, 12:17 Uhr
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Von DPA
Die künftige Miss Germany soll Charakter haben. (Foto: dpa)

Das Schaulaufen auf Stöckelschuhen bekommt weniger Bedeutung, Vorstellungsrunden im Bikini gehören der Vergangenheit an. »Miss Germany«, laut Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland, verlässt den Laufsteg und sucht künftig digital nach jungen Frauen. Statt sich einer Jury zu präsentieren und das Äußere zu betonen, sollen Kandidatinnen künftig per Video und Social Media ihre Persönlichkeit zur Schau stellen. Eine Folge der #MeToo-Bewegung. Und ein Gegenentwurf zu Heidi Klums »Germany’s Next Topmodel«, sagen die Veranstalter.

»In der bisherigen Form war die Veranstaltung nicht mehr zeitgemäß«, sagt Organisator Max Klemmer (24) am Donnerstag in Rust bei Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. »Miss Germany« gibt es seit 1927, der Ablauf hat sich seither in den mehr als 90 Jahren kaum verändert: Junge Frauen qualifizierten sich bei regionalen Wahlen auf Städte-, Regional- und Bundesländerebene. In Einkaufszentren, Hotels und früher auch in Diskotheken stellten sie sich auf dem Laufsteg dem Publikum und einer überwiegend männlichen und oft auch älteren Jury.

Im Wesentlichen wurden die Frauen nach ihrem Aussehen beurteilt, so wie bei anderen Schönheitswettbewerben auch. Dies stieß immer auf Kritik.

»Miss Germany« will nun neue Wege gehen und kooperiert hierfür mit dem Verlag Bauer Media Group. Regionale Vorwahlen auf dem Laufsteg wird es nicht mehr geben, sagt Klemmer. Junge Frauen, die »Miss Germany« werden wollen, könnten sich nun über Social Media und Videopräsentationen bewerben. Influencer sollen die jungen Frauen dabei begleiten. Dabei gehe es um die Persönlichkeit, den Charakter und die Lebensgeschichte der Frauen - und nicht mehr vorrangig um ihr Aussehen. Gewählt wird die »Miss Germany« mit dem neuen Konzept am 15. Februar kommenden Jahres im Europa-Park in Rust bei Freiburg.

Eine wesentliche Änderung hat es bereits in diesem Jahr gegeben. Die Vorstellungsrunde im Bikini oder anderer Bademode wurde ersatzlos gestrichen. Außerdem können im nächsten Jahr neben einer Jury erstmals auch Publikum und Online-Zuschauer abstimmen. dpa



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