02. August 2019, 13:52 Uhr

WOCHENENDTIPPS

Aus dem Pub zum Festival

Abi, Urlaub - und schon stehen die Orientierungstage an der Hochschule an. Aber bin ich eigentlich schon bereit für das erste Semester? Keine Sorge, sagen Experten. Den eigenen Weg im Hochschulkosmos finden Studierende schnell.
02. August 2019, 13:52 Uhr
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Von DPA
Sängerin Freya Ridings wird schon mit Adele verglichen. (Foto: dpa)

Noch vor wenigen Jahren spielte Freya Ridings vor kleinem Publikum in Londoner Pubs. Inzwischen hat die 25-Jährige, die von der britischen »Times« schon als »neue Adele« gefeiert wurde, einen Auftritt beim berühmten Glastonbury-Festival hinter sich. »Es war wie ein sehr surrealer Kindheitstraum«, schwärmt Ridings im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. »Man kommt auf die Bühne, und dann sind da 20 000 Menschen. Diese Energie raubt dir den Atem.« Rund drei Wochen nach dem umjubelten Auftritt kam das selbst betitelte Debütalbum der britischen Sängerin heraus, die mit ihrer Hitsingle »Lost Without You« 2017 schlagartig berühmt wurde und schon zwei Live-Alben und eine EP veröffentlicht hat.

Ihr erstes Studioalbum enthält melancholische, mitunter traurige, aber auch motivierende Songs. »Diese Platte ist fast wie eine Zeitkapsel der letzten zehn Jahre meines Lebens«, erzählt Ridings. Mobbing, Trennung, Herzschmerz - vieles in ihren Liedern ist autobiografisch »Ich bin sehr leidenschaftlich«, sagt sie. »Die Dinge und die Menschen, die ich liebe, sind mir sehr wichtig. Wenn es dann nicht so läuft wie erhofft, dann tut mir das körperlich weh.« Dies findet den Weg in ihre Musik. Neben langsamen Piano-Balladen wie »Poison« oder »Lost Without You« gibt es auch tanzbare Songs auf ihrem Album, so wie »Love Is Fire« oder die stimmige Single »Castles«.

Auf den Adele-Vergleich angesprochen, schreit Freya Ridings laut auf und lacht. »Das ist verrückt«, sagt sie. »Sie ist die Königin, und sie war immer eine meiner größten Heldinnen.« Wie ihr Vorbild hat auch Ridings ihre Lieder selbst geschrieben - und sieht sich trotzdem nicht als Songschreiberin. »Es war eigentlich eine Therapie«, erklärt sie. »Aber nun ist es das größte Glück meines Lebens geworden.« dpa

Wer frisch an der Hochschule startet, ist erst mal mit vielen Unbekannten konfrontiert: eine neue Stadt, die erste eigene Wohnung, viel neuer Stoff und ungewohnte Abläufe. Experten geben Ratschläge, wie Studierende mit Startschwierigkeiten am besten umgehen:

»Eigentlich weiß ich gar nicht so genau, was ich machen will«: »Tu, wofür du brennst, geh nach deiner Neigung«, sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. »Selbst wenn es Ägyptologie in Marburg ist.« Es bringe nichts, ein Studium aus der Erwartungshaltung anderer anzufangen - seien es die Eltern, Großeltern oder gesellschaftliche Zwänge. »Sonst stecken Sie in einem BWL-Studium fest, obwohl Sie eigentlich Slawistik machen wollten.« Er rät zu einer Portion Grundoptimismus - von Ängsten, etwa vor Arbeitslosigkeit, sollten sich angehende Studierende nicht leiten lassen.

Ebenfalls keine gute Idee: sich aus Verlegenheit einfach irgendwo einzuschreiben. »Wenn ich noch gar nicht das gefunden habe, was ich machen will, hat das keinen Sinn«, sagt Dorothee Fricke, Referentin im Projekt Nexus der Hochschulrektorenkonferenz. Eher sollte man in einem solchen Fall spezielle Orientierungsstudiengänge der Universitäten und Fachhochschulen nutzen. Die Programme sind vielseitig, werden aber nicht überall angeboten.

Wer am gewählten Studiengang schon zu Beginn Zweifel hat, sollte Grob zufolge versuchen, innerhalb eines Semesters zu klären, was er wirklich will. »Man darf einmal scheitern, das ist keine Schande.« Wer sich quält, sollte nicht länger als nötig bleiben. Zweifel am Studium gehörten aber dazu. Studierende können sich etwa Hilfe bei der psychologischen Beratung der Hochschulen suchen. Auch Sorgen zur Studiendauer kann Stefan Grob ausräumen: »Wer die Regelstudienzeit überschreitet, dem fault keine Hand ab.« Es sei nicht schlimm, zwei Semester länger zu brauchen. »Wir sind schließlich alle Menschen.«

»Ich höre ständig: Studenten heute sind viel zu dumm für die Uni«: Die Diskussion um die Studierfähigkeit sei so alt wie die Lehre selbst, sagt Grob. Verrückt machen sollte sich deswegen niemand. »Zum Teil wird da aber ein wunder Punkt getroffen.« In Fächern wie Psychologie, in denen es verdeckt einen hohen Matheanteil gibt, sollten Schulabsolventen schon vorab gucken: »Reichen da meine Kenntnisse?«

Wer bei sich selbst fachliche Lücken feststellt, sollte die Angebote der Hochschulen nutzen. Oft nähmen gerade Studierende, die das besonders nötig haben, die Unterstützung nicht wahr. »Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben und nicht erst nach dem letzten Rettungsring greifen, wenn man schon ein- oder zweimal durch eine Klausur gefallen ist«, so Fricke.

»Hilfe, ich komme beim Stoff nicht hinterher«: Wer frisch von der Schule an die Uni oder Hochschule kommt, muss sein Lernen umstellen. »Gerade wer in der Schule erfolgreich war, hat oft eine Lernstrategie entwickelt, die gute Ergebnisse erzielt hat und sieht erst mal keinen Anlass, das zu ändern«, sagt Ronald Hoffmann von der Studienberatung der Uni Hamburg. Diese Schüler hätten dann aber oft Probleme. Denn das Lernen an der Hochschule sei auf ein ganzes Semester angelegt und von wesentlich mehr Eigenmotivation getragen.

Es gilt erst mal eine Strategie zu finden, mit der neuen Freiheit an der Hochschule klarzukommen. »Wenn man die ganze Vorlesung über am Handy daddelt, wird kein Professor sagen: Herr Meyer, legen Sie das Ding weg!« Selbstmanagement ist daher ein erster Schritt zum Erfolg.

»Ich habe keine Ahnung, welche Fächer ich belegen soll«: Angehende Studierende müssen ihren Alltag ganz neu strukturieren und selbstständig klarkommen. Wer schon in der Schule Probleme beim Thema Selbstorganisation hatte, für den kann die erste Zeit an der Hochschule »ein kleiner Schock« sein, sagt Catrin Grobbin. Sie arbeitet als Coach und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Hamburg. »Irgendwann merkt man, dass man mit den Nachtschichten nicht mehr hinkommt.« Am besten kümmern sich Hochschulneulinge, die zum Chaos neigen, schon frühzeitig um Hilfe.

Um den Stundenplan für das erste Semester zusammenzustellen, lohnt es, sich an fortgeschrittene Studierende zu wenden. Die haben meist einen guten Überblick, wann und in welcher Reihenfolge Seminare und Vorlesungen zu belegen sind. »Und natürlich sollte man die Einführungs- und Orientierungsangebote nutzen«, legt Grobbin nahe. »Da bekommt man nicht nur viele Infos, sondern lernt auch gleich neue Leute kennen.«

Generell sei sie ein Freund vom Motto »nicht zu viel auf einmal«. In Fachgebieten wie der Psychologie hätten die Studierenden da aber oft kaum eine Wahl. Grobbin rät, über ein Teilzeitstudium nachzudenken. »Gerade Studierende, die noch viele andere Dinge auf dem Zettel haben, die ihnen wichtig sind - sei es ein Job, Freunde oder Hobbys - sollten überlegen, ob ein Vollzeitstudium das Richtige ist.«

»Ich kenne hier nichts und niemanden«: Der Start an der Hochschule ist unübersichtlich. »Da sollte man sich nicht verrückt machen lassen«, rät Grobbin. Mit ein Neugier bekommen Erstis schnell mit, wie der Hase läuft. »Geh überall hin, wo es Infos gibt«, sagt Stefan Grob. Und: »Frage die Menschen Löcher in den Bauch« - egal, ob es darum geht, wo ein Seminarraum ist oder was es in der Mensa zu essen gibt.

Sich vor Studienbeginn ein bisschen mulmig zu fühlen und vielleicht sogar nachts allein im Bett die eine oder andere Träne zu vergießen, sei völlig normal, sagt Hoffmann. »Persönliche Entwicklung passiert in Zeiten, die auch ein bisschen schwierig sind.« Studierende sollten sich vor Augen führen, dass es vielen anderen genauso geht. Und dass die Uni »Riesenchancen« bietet, kluge Menschen mit den gleichen Interessen zu treffen.

Hungen, Inheidener See

Samstag und Sonntag, ab 13 Uhr

Inheidener Seefest mit Marktgeschehen, Musik, Feuerwerk und Kinderprogramm

Laubach, Schlosspark

Samstag, 18 Uhr

Lichterfest mit »Brillantfeuerwerk«

Bad Vilbel; Wasserburg

Samstag, 20.15 Uhr

Die Bad Vilbeler Burgfestspiele zeigen »Saturday Night Fever«

Gießen, Marktlauben

Sonntag, 11.30 Uhr

Eine(r) liest, »111 Orte in Mittelhessen« mit HR-Moderator Tim Frühling

Friedberg, Kaiserstraße

Sonntag, 10 Uhr

»Friedberg spielt«: Die Kaiserstraße wird zum vierten Mal zur größten Spielstraße in der Wetterau

Das Schaulaufen auf Stöckelschuhen bekommt weniger Bedeutung, Vorstellungsrunden im Bikini gehören der Vergangenheit an. »Miss Germany«, laut Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland, verlässt den Laufsteg und sucht künftig digital nach jungen Frauen. Statt sich einer Jury zu präsentieren und das Äußere zu betonen, sollen Kandidatinnen künftig per Video und Social Media ihre Persönlichkeit zur Schau stellen. Eine Folge der #MeToo-Bewegung. Und ein Gegenentwurf zu Heidi Klums »Germany’s Next Topmodel«, sagen die Veranstalter.

»In der bisherigen Form war die Veranstaltung nicht mehr zeitgemäß«, sagt Organisator Max Klemmer (24) am Donnerstag in Rust bei Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. »Miss Germany« gibt es seit 1927, der Ablauf hat sich seither in den mehr als 90 Jahren kaum verändert: Junge Frauen qualifizierten sich bei regionalen Wahlen auf Städte-, Regional- und Bundesländerebene. In Einkaufszentren, Hotels und früher auch in Diskotheken stellten sie sich auf dem Laufsteg dem Publikum und einer überwiegend männlichen und oft auch älteren Jury.

Im Wesentlichen wurden die Frauen nach ihrem Aussehen beurteilt, so wie bei anderen Schönheitswettbewerben auch. Dies stieß immer auf Kritik.

»Miss Germany« will nun neue Wege gehen und kooperiert hierfür mit dem Verlag Bauer Media Group. Regionale Vorwahlen auf dem Laufsteg wird es nicht mehr geben, sagt Klemmer. Junge Frauen, die »Miss Germany« werden wollen, könnten sich nun über Social Media und Videopräsentationen bewerben. Influencer sollen die jungen Frauen dabei begleiten. Dabei gehe es um die Persönlichkeit, den Charakter und die Lebensgeschichte der Frauen - und nicht mehr vorrangig um ihr Aussehen. Gewählt wird die »Miss Germany« mit dem neuen Konzept am 15. Februar kommenden Jahres im Europa-Park in Rust bei Freiburg.

Eine wesentliche Änderung hat es bereits in diesem Jahr gegeben. Die Vorstellungsrunde im Bikini oder anderer Bademode wurde ersatzlos gestrichen. Außerdem können im nächsten Jahr neben einer Jury erstmals auch Publikum und Online-Zuschauer abstimmen. dpa



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