11. August 2017, 15:19 Uhr

Wenn man Freiheit nie erlebt

11. August 2017, 15:19 Uhr

Im kommunistischen Albanien waren knapp 60 000 Menschen interniert. Der Übersetzer und Albanien-Kenner Joachim Röhm steuert die Fakten im Nachwort zu Ismail Kadares Roman »Die Verbannte« bei. In Sippenhaft waren ganze Familien gezwungen, fernab der Städte zu leben. Sie durften den zugewiesenen Ort nicht verlassen, waren geächtet und hatten keine Rechte. Was das mit den Kindern dieser Familien machte, die Freiheit nie erlebt haben, davon erzählt der Kadares Roman.

Hauptfigur ist ein alternder Schriftsteller, dem Regime gegenüber kritisch eingestellt, aber linientreu, um publizieren zu dürfen. Nach der Uraufführung eines seiner Stücke bittet ihn eine junge Frau um eine Widmung für eine Freundin: Linda B. Dass die junge Frau einer verbannten Familie angehört, weiß er nicht, sie ist nur ein Name. Die Botin, Migena, aber ist aus Fleisch und Blut. Der Autor beginnt eine Affäre mit ihr, bis sie plötzlich verschwindet.

Licht in das Rätsel bringen Polizei und Geheimdienst. Durch Ermittler und Spitzel erfährt er, dass Linda B. sich das Leben nahm – streng verboten im kommunistischen Albanien. Was sie dazu bewog, ist die eigentliche Geschichte in diesem Buch. dpa

Ismail Kadares: »Die Verbannte«. S. Fischer Verlag. 208 Seiten. 20 Euro. ISBN 978-3-100-3841-64

Schlagworte in diesem Artikel

  • Familien
  • Fleisch
  • Geheimdienste und Nachrichtendienste
  • ISBN
  • Ismail Kadare
  • Kommunismus
  • Polizei
  • Rechte
  • Rätsel
  • S. Fischer Verlag
  • Spitzel
  • Verlagshäuser
  • Übersetzerinnen und Übersetzer
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos