Wirtschaft

Zinssätze manipuliert – Ex-Banker vor Gericht

London (dpa). Im Skandal um manipulierte Zinssätze müssen sich seit Montag mehrere Ex-Händler von Großbanken vor einem Londoner Gericht verantworten. Mit den Tricksereien konnten sich Banken Millionen an Extragewinnen erschleichen – den Händlern winkten erhebliche Boni-Zahlungen. Das Gericht setzte drei Monate für den Prozess an. Mit einem Urteil wird in diesem Sommer gerechnet.
09. April 2018, 20:42 Uhr
DPA

London (dpa). Im Skandal um manipulierte Zinssätze müssen sich seit Montag mehrere Ex-Händler von Großbanken vor einem Londoner Gericht verantworten. Mit den Tricksereien konnten sich Banken Millionen an Extragewinnen erschleichen – den Händlern winkten erhebliche Boni-Zahlungen. Das Gericht setzte drei Monate für den Prozess an. Mit einem Urteil wird in diesem Sommer gerechnet.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar bekannte sich bereits Anfang März schuldig, den europäischen Referenzzinssatz Euribor frisiert zu haben. Der Franzose arbeitete bei der Deutschen Bank in London und Singapur. 2011 trennte sich die Bank von ihm. Bittar sitzt zurzeit in U-Haft. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Sein Geständnis könnte aber strafmildernd wirken.

Bittar hatte vor Jahren für Schlagzeilen gesorgt, da er für das Jahr 2008 sagenhafte 80 Millionen Euro Bonusanspruch angehäuft hatte. Sein Arbeitsvertrag garantierte ihm einen festen Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/ueberregional/mantelredaktion/wirtschaft/Wirtschaft-Zinssaetze-manipuliert-Ex-Banker-vor-Gericht;art480,414809

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung