06. August 2018, 20:17 Uhr

Weniger Aufträge für Industrie

06. August 2018, 20:17 Uhr
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Von DPA

Wiesbaden/Frankfurt (dpa). Erneuter Dämpfer für die deutsche Industrie: Im Juni sind bei den Unternehmen vier Prozent weniger Bestellungen eingegangen als im starken Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Experten sehen eine mögliche Ursache in der Furcht vor einem Handelskrieg. Seit Beginn des Jahres sind die Auftragseingänge in der Industrie damit in fünf von sechs Monaten gefallen. Deutschlands Maschinenbauer trotzen dagegen mit einem kräftigen Plus dem Trend. Der Aufschwung setzt sich nach Einschätzung von Volkswirten zwar fort, er dürfte aber schwächer ausfallen als erwartet.

Der Durchhänger im Juni in der Industrie fiel deutlich stärker aus als von Analysten erwartet, die mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet hatten. Im Vergleich zum Juni 2017 sank der Auftragseingang um 0,8 Prozent. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sieht eine mögliche Ursache für den Dämpfer in der Furcht vor einem Handelskrieg. Dies sorge »für eine gewisse Zurückhaltung bei den Neubestellungen«. Experte Ralph Solveen von der Commerzbank erwartet, dass sich die Schwächephase weit in das zweite Halbjahr hinzieht.

Mit einem Konjunkturabschwung rechnen Ökonomen allerdings nicht. Vor allem die Konsumfreude der Verbraucher dürfte die wirtschaftliche Entwicklung stützen.

Bei den Maschinenbauern gingen preisbereinigt in den ersten sechs Monaten sieben Prozent mehr Bestellungen ein als im Vorjahreszeitraum.



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