07. November 2019, 22:07 Uhr

Umbuchen, Stornieren, Bahnfahren

07. November 2019, 22:07 Uhr
AFP
Der zweitägige Streik der Lufthansa-Flugbegleiter triff in Frankfurt besonders viele Reisende. Während an den Check-in-Schaltern gähnende Leere herrscht, bilden sich vor den extra eingerichteten Umbuchungsschaltern lange Schlangen. (Foto: dpa)

Berlin (AFP). Die Gewerkschaft UFO hat bei Deutschlands größter Airline Lufthansa mit einem 48-stündigen Streik begonnen. Der Ausstand der Flugbegleiter bringt für zahlreiche Reisende Flugausfälle und Wartezeiten mit sich. Wegen des Streiks fallen am Donnerstag und Freitag voraussichtlich 1300 von insgesamt 6000 geplanten Flügen aus, 180 000 Passagiere sind betroffen.

Informationen: Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen ist es der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internet-Seite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Stornieren und Umbuchen: Grundsätzlich können Kunden einen streikbedingt gestrichenen Flug stornieren, sie bekommen dann ihr Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Ist ein Ersatzflug erst am kommenden Tag oder später möglich, muss die Airline Übernachtungen und Transfers zum Hotel bereitstellen. Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung sorgen. Im aktuellen Streikfall gibt die Lufthansa an, dass Kunden ihren für einen der beiden Tage gebuchten Flug kostenlos auf eine Verbindung mit Lufthansa oder einer ihrer Töchter in den nächsten zehn Tagen umbuchen können - unabhängig davon, ob der Flug tatsächlich gestrichen wird oder nicht. Auf innerdeutschen Strecken können Fluggäste demnach auch ersatzweise die Deutsche Bahn nutzen. Dazu können sie ihr Ticket online in einen Fahrschein der Bahn umwandeln, eine Anreise zum Flughafen ist nach Angaben der Fluggesellschaft dabei nicht notwendig.

Verspätung: Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern Länge haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

Pünktlichkeit: Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

Entschädigung: Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein »außergewöhnlicher« Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber ebenso wie widriges Wetter oder Vulkanausbrüche als außergewöhnlichen Umstand, Entschädigungen gibt es daher nicht. Verbraucherschützer haben an dieser Sichtweise allerdings teils rechtliche Zweifel.

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