14. November 2019, 22:23 Uhr

Überschuldung steigt an

14. November 2019, 22:23 Uhr
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Von DPA

Düsseldorf/Wiesbaden (dpa/lhe). In Hessen kann weiterhin jeder zehnte Erwachsene seine Rechnungen dauerhaft nicht bezahlen. Die tatsächliche Zahl überschuldeter Menschen ist im Vergleich zu 2018 sogar um 2000 auf 520 000 Personen gestiegen, wie aus dem diesjährigen »Schuldneratlas« hervorgeht, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Donnerstag veröffentlichte. Wiesbaden ist, wie schon in den Vorjahren, die Landeshauptstadt mit der höchsten Überschuldungsquote in ganz Deutschland. Damit hat sich die Situation in Hessen entgegen dem Bundestrend entwickelt, dem zufolge die Zahl überschuldeter Privatpersonen trotz schwächelnder Konjunktur erstmals seit 2013 wieder leicht zurückgegangen ist. Zuletzt sei in Deutschland unter anderem die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig gewesen, heißt es in dem Bericht.

Immer mehr alte Menschen in Deutschland können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Innerhalb von nur zwölf Monaten sei die Zahl der überschuldeten Verbraucher im Alter ab 70 Jahren um 44,9 Prozent auf rund 380 000 gestiegen. Seit 2013 habe sich die Zahl der überschuldeten Senioren sogar um 243 Prozent erhöht. Und auch bei den 60 bis 69 Jahre alten Verbrauchern kämen immer mehr nicht mehr mit ihrem Geld zurecht. Die Gründe für die wachsende Altersarmut sind nach Einschätzung der Experten vielfältig. Einerseits machten sich hier die Rentenreformen der vergangnen Jahrzehnte bemerkbar, außerdem wirkten sich die wachsende Zahl unsteter Erwerbsbiografien und das Anwachsen des Niedriglohnsektors aus. Auch der zum Teil dramatische Anstieg der Mieten spiele eine Rolle.



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