14. September 2017, 22:14 Uhr

Triumph oder Demütigung?

14. September 2017, 22:14 Uhr
Rupert Murdoch

London (dpa). Den »demütigendsten Tag« seines Lebens verbrachte Rupert Murdoch eigenen Angaben zufolge in Großbritannien. Anlass war die Befragung durch einen britischen Parlamentsausschuss 2011 in London auf dem Höhepunkt des Abhörskandals seiner Zeitung »News of the World«. Jahrelang hatten Murdochs Journalisten die Handys von Verbrechensopfern und Prominenten bespitzelt und Polizisten bestochen. Die »News of the World« wurde eingestellt. Eine geplante Übernahme des Medienkonzerns Sky scheiterte.

Nun greift Murdoch mit seinem Konzern 21st Century Fox wieder nach der vollen Kontrolle über Sky. Doch es gibt Zweifel, ob die Übernahme genehmigt wird. Muss Murdoch mit einer weiteren Demütigung rechnen? Der 86-Jährige gilt im Vereinigten Königreich seit Langem als graue Eminenz der Medienlandschaft mit unüberschaubarem Einfluss auf Gesellschaft und Politik. Die britische Regierung hat derweil eine erneute Prüfung der geplanten Übernahme angeordnet. Das teilte die britische Ministerin für Kultur und Medien Karen Bradley am Donnerstag mit. Geprüft werden solle sowohl aus wettbewerbsrechtlichen Gründen, als auch im Hinblick auf die Einhaltung journalistischer Standards. Der 11,7 Milliarden Pfund (13 Milliarden Euro) schwere Deal dürfte sich damit mindestens um sechs Monate verzögern oder könnte möglicherweise ganz scheitern.

Zwei Fragen beschäftigen unterdessen die britische Öffentlichkeit: Erhält Murdoch zu viel Macht auf dem britischen Markt mit der Übernahme von Sky? Immerhin gehören ihm bereits die auflagenstärkste Zeitung des Landes, das Boulevardblatt »The Sun«, die seriöse »Times« und die gleichnamigen Sonntagszeitungen. Die Briten fürchten dabei nicht nur den Einfluss auf die Meinung der Massen, sondern auch auf die Politik. Die andere Frage ist, ob man dem Murdoch-Konzern trauen darf, wenn es um die Einhaltung journalistischer Standards geht. Der Groll über den Abhörskandal der »News of the World« sitzt noch immer tief.

Imperium umgekrempelt

Unter dem Druck des Abhörskandals versuchte Murdoch einen Befreiungsschlag und krempelte sein Firmen-Imperium um. 2013 wurden die Film- und Fernsehbeteiligungen in die neue Gesellschaft 21st Century Fox abgespalten, die nun Sky schlucken will. Unter dem vorherigen Konzerndach News Corp wird seitdem nur noch das unter Anzeigenschwund leidende Verlagsgeschäft betrieben.

Für negative Schlagzeilen sorgten zuletzt Sexismus-Vorwürfe beim konservativen US-Sender Fox News. Mehrere ranghohe Mitarbeiter mussten gehen. Murdochs Kritiker sehen zudem dessen enges Verhältnis zum umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump mit Argwohn.

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