10. Mai 2018, 22:10 Uhr

Siemens gibt Offenbach »perspektivisch auf«

10. Mai 2018, 22:10 Uhr

Offenbach (dpa/lhe). Bei der Sanierung der Kraftwerks- und Antriebssparte von Siemens müssen sich die Mitarbeiter im Werk Offenbach auf harte Einschnitte einstellen. Der Standort, an dem rund 700 Beschäftigte Kraftwerke planen und bauen, werde mit Erlangen gebündelt und »perspektivisch aufgegeben«, teilte der DAX-Konzern am Dienstag mit. Ein Teil der Mitarbeiter solle aber weiter im Rhein-Main-Gebiet beschäftigt werden, etwa in Frankfurt. Wie viele dies genau sind, wurde nicht näher beziffert.

Die Offenbacher Bevollmächtigte der IG Metall, Marita Weber, sagte, nach aktuellem Stand sei davon auszugehen, dass der Betrieb möglicherweise verlagert werde. Dabei sei ein Stellenabbau nicht auszuschließen.

Bouffier beklagt »bitteren Tag«

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sprachen von einem »bitteren Tag« für die Beschäftigten. »Wir erwarten von Siemens, dass das Management kluge und nachhaltige Lösungen für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeitet«, erklärten sie. Die Ankündigung, dass der »überwiegende Teil der Mitarbeiter« bei dem Konzern in der Region verbleiben solle, sei ein erster wichtiger Schritt. Die Landesregierung setze darauf, dass Siemens mit der Gewerkschaft bis Jahresende eine möglichst sozialverträgliche Lösung erarbeite.

Als »sehr enttäuschend« bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel die Pläne. »Wir erwarten, dass Siemens jetzt soziale Verantwortung für die Betroffenen übernimmt«, sagte Schäfer-Gümbel. Arbeits- und Sozialminister Stefan Grüttner sprach von einer »harten Entscheidung« für die Mitarbeiter, »die nun mit großer Sorge in die Zukunft schauen«.

Siemens hatte im vergangenen Jahr angekündigt, in den Sparten weltweit zusammen rund 6900 Jobs zu streichen, davon rund 3400 in Deutschland. Die schwächelnde Kraftwerkssparte bleibt eine Belastung für den Elektrokonzern Siemens. Im zweiten Quartal schrumpfte das Ergebnis im industriellen Kerngeschäft des Konzerns im Jahresvergleich um acht Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Dabei überlagerten die Probleme im Kraftwerksgeschäft die gute Entwicklung vor allem in der Digitalisierungs- und in der Zugsparte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Arbeitnehmer
  • CDU
  • IG Metall
  • Kraftwerke
  • Siemens AG
  • Stefan Grüttner
  • Tarek Al-Wazir
  • Thorsten Schäfer-Gümbel
  • Volker Bouffier
  • Werk
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos