16. Dezember 2019, 20:01 Uhr

Schulterschluss mit Wirtschaft

16. Dezember 2019, 20:01 Uhr
Die deutsche Wirtschaft sieht den Fachkräftemangel als eines ihrer größten Probleme. Die Regierung will gegensteuern. FOTO: DPA

Berlin (dpa). Im Schulterschluss mit der Wirtschaft will die Bundesregierung mehr ausländische Fachkräfte ins Land locken. So sollen die Auslandshandelskammern sich stärker um die Gewinnung von Fachkräften bemühen, etwa mit Rekrutierungsreisen für kleine und mittelständische Unternehmen. Das sieht die Abschlusserklärung vor, die am Montagabend beim Fachkräftegipfel unterzeichnet wurde. Ein Entwurf lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

An dem Spitzentreffen im Kanzleramt nahmen Vertreter von Bundesregierung, Ländern, Wirtschaft und Gewerkschaften teil. Es ging darum, wie das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz schnell wirken kann. Es tritt am 1. März 2020 in Kraft und soll qualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland ebnen.

Das »inländische Potenzial« bleibe »die wichtigste Stellschraube« beim Versuch, dem Fachkräftemangel zu begegnen, heißt es in der Erklärung. »Gleichzeitig wird Deutschland immer stärker auf die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen sein. Ausländische Beschäftigte stellen schon jetzt einen wichtigen Teil der Belegschaften in Deutschland und tragen maßgeblich zum Wohlstand Deutschlands bei.«

Die Bundesregierung hofft laut Entwurf, dass ihr Informationsportal »Make it in Germany« mit Hotline und Jobbörse stärker genutzt wird und Unternehmen mehr Stellenangebote für ausländische Fachkräfte melden. Da ausländische Berufsabschlüsse nicht immer mit deutschen Abschlüssen vergleichbar sind, soll die Wirtschaft mit eigenen Bildungseinrichtungen und mit Unterstützung in Betrieben bei der Qualifikation helfen. Auch Sprachprogramme sollen ausgebaut werden.

Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, Fachleuten solle der Weg nach Deutschland geebnet werden. »Dazu wird das Auswärtige Amt seine Kapazitäten bei der Bearbeitung der Visa erhöhen und die Verfahren digitalisieren.«

Unternehmen in Deutschland sehen den Fachkräftemangel als erhebliches Problem. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) gaben 56 Prozent der Firmen an, dass dies das größte Geschäftsrisiko darstelle. Ein Drittel der Unternehmen hat demnach in den vergangenen Jahren bereits ausländische Fachkräfte aus der EU sowie aus Nicht-EU-Staaten eingestellt. » Seite 5

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