21. August 2017, 20:53 Uhr

Regierung bei Air-Berlin mit unklarem Kurs

21. August 2017, 20:53 Uhr

Berlin (dpa). Mit widersprüchlichen Äußerungen zur Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat das Bundeswirtschaftsministerium für Verwirrung gesorgt. Die Ministerin Brigitte Zypries plädierte für eine Stärkung des deutschen Marktführers Lufthansa. »Ich würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernimmt«, sagte die SPD-Politikerin dem »Handelsblatt«. Die Lufthansa sei »ein Champion im Luftverkehr«, sagte Zypries und verwendete damit denselben Begriff wie zuvor Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Ein Sprecher des Wirtschaftsministerium sagte am Montag vor Journalisten in Berlin, entscheidend sei, dass am Ende der Verhandlungen eine wettbewerblich abgesicherte Lösung im Interesse der Air-Berlin-Beschäftigten herauskomme: »Wir sind weder für noch gegen einen bestimmten Interessenten.«

Zum Stand der Verkaufsverhandlungen für Air Berlin gab es zunächst keine neuen Erkenntnisse. Seit Freitag laufen Gespräche zwischen Air Berlin und Lufthansa. Inwieweit andere Interessenten darin bereits eingebunden waren, blieb ungeklärt. Außer der Lufthansa gelten die britische Billiglinie Easyjet, Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor als aussichtsreichste Kandidaten. Eine Komplettübernahme durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl lehnt der Bund ab.

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