01. Juli 2019, 22:07 Uhr

Massiver Stellenabbau?

01. Juli 2019, 22:07 Uhr

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat »harte Einschnitte« angekündigt - und könnte bald liefern. Bis zu 20 000 Jobs stehen Medienberichten zufolge bei Deutschlands größtem Geldhaus auf der Kippe. Es wäre ein historischer Schnitt: Mehr als jede fünfte der zuletzt knapp 91 500 Vollzeitstellen würde gestrichen. Treffen dürfte es vor allem das seit zwei Quartalen verlustreiche Investmentbanking. Schon in dieser Woche könnte es zu einer entsprechenden Ankündigung kommen, hieß es in Berichten des »Wall Street Journal« und der Nachrichtenagentur Bloomberg. Sprecher der Deutschen Bank wollten sich zu den von Insidern gestreuten Informationen nicht äußern.

Offiziell entschieden ist bislang nichts. Doch allein die Erwartung, dass der tief greifende Konzernumbau unmittelbar bevorsteht, gab dem DAX-Konzern am Montag an der Börse Rückenwind. Die zuletzt gebeutelte Aktie sprang zeitweise über die Sieben-Euro-Marke und zählte am Mittag mit knapp 6,88 Euro zu den Gewinnern im Leitindex DAX.

Klarheit gibt es bereits über weitere Einschnitte im Zuge der Postbankintegration: In der vergangenen Woche war die Neuaufstellung der Zentrale der DB Privat- und Firmenkundenbank mit Standorten in Frankfurt und Bonn vereinbart worden. Dort werden bis Ende 2020 rund 750 Vollzeitstellen gestrichen - ohne betriebsbedingte Kündigungen. Verhandelt wird derzeit über die Zusammenlegung des Bereichs Operations, zu dem Kontoservice und Kreditabwicklung gehören. Im Gespräch ist dort die mögliche Streichung von 1200 Vollzeitstellen.

Privatkundenvorstand Frank Strauß hatte am Freitag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur klargestellt, dass der Umbau nicht beendet ist: »Wir werden kontinuierlich über die nächsten Jahre weiter abbauen. Der Bereich wird weiter schlanker werden.« Seit Anfang 2017 bis zum Ende des ersten Quartals 2019 wurden in dem Segment 5500 Vollzeitstellen abgebaut. Im Frühjahr 2017 hatte sich die Deutsche Bank entschieden, die Postbank doch nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern.

Weitaus härter wird es aller Voraussicht nach die Unternehmens- und Investmentbank treffen, in der es Ende März dieses Jahres insgesamt 38 300 Vollzeitstellen gab. Der ehemalige Privatkundenchef Sewing hatte bei der diesjährigen Hauptversammlung keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit gelassen, den Bereich radikal zu entrümpeln.

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