01. November 2019, 21:53 Uhr

Lagarde tritt Amt an

01. November 2019, 21:53 Uhr
Lagarde

Frankfurt/Main (dpa). Mit dem Amtsantritt von Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) hat eine neue Ära bei der Notenbank begonnen. Die Juristin und frühere Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) übernahm am Freitag die Geschäfte. Sie löste Mario Draghi an der EZB-Spitze ab, dessen achtjährige Amtszeit am 31. Oktober endete. Damit bestimmt erstmals eine Frau die Geschicke der mächtigen Zentralbank, die über die Geldpolitik für den gemeinsamen Währungsraum mit seinen 19 Ländern, entscheidet.

Lagarde, ehemals französische Finanzministerin, hatte bereits Sympathie für eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik der EZB erkennen lassen. Allerdings will sie mögliche negative Folgen und Nebeneffekte des EZB-Kurses genauer in den Blick nehmen. Die Sorgen der Menschen müssten beachtet werden. DIW-Präsident Marcel Fratzscher erwartet von Lagarde keine Kehrtwende. Europas oberste Währungshüterin könne die Geldpolitik alleine gar nicht ändern. »Natürlich wollen wir, dass die Zinsen wieder steigen. Das gelingt aber nur mit mehr Wachstum in Europa, und dafür muss auch die Politik ihre Hausaufgaben machen«, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der RTL/n-tv Redaktion. Fratzscher forderte, die Bundesregierung müsse sich hinter die EZB und Lagarde stellen. (Foto: dpa)

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