20. November 2019, 22:06 Uhr

Kein Tabu mehr

20. November 2019, 22:06 Uhr
Aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB erheben Banken teilweise Negativzinsen auf die Ersparnisse ihrer Kunden. Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa). Die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen immer mehr Bankkunden in Deutschland. Die Commerzbank berechnet sie einigen Unternehmen mittlerweile bereits ab dem ersten Euro. Für Schlagzeilen sorgte kürzlich die Volks- und Raiffeisenbank im oberbayerischen Fürstenfeldbruck, weil sie seit 1. Oktober Negativzinsen auf Tagesgeldkonten neuer Privatkunden erhebt - ebenfalls vom ersten Euro an.

Bei der Commerzbank ist dem Vernehmen nach eine überschaubare Zahl der 70 000 Firmenkunden betroffen. Nach Informationen des »Handelsblatts« (Mittwoch) handelt es sich dabei meist um Kunden, die auf ihrem Commerzbank-Konto relativ viel Geld liegen haben, mit denen das Frankfurter Institut sonst aber kaum Geschäfte macht.

»Bei Firmenkunden, großen Konzernen, institutionellen Kunden und Kunden des öffentlichen Sektors, die hohe Guthaben als Einlagen bei uns parken, haben wir seit Beginn der Negativzinsen sukzessive eine individuelle Guthabengebühr für die überschüssige Liquidität vereinbart«, erklärte die Bank. »Auch die erneute Zinssenkung der EZB werden wir daher grundsätzlich an unsere Firmenkunden weitergeben.«

Geschäftsbanken müssen aktuell 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Etliche Institute geben diese Negativzinsen seit geraumer Zeit an Firmenkunden weiter. Auch besonders reiche Privatkunden sind bei einigen Banken schon länger betroffen.

Das Vorgehen der Volksbank Fürstenfeldbruck demonstriert nach Ansicht des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) die paradoxen Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rät Kunden, sich bei ihrer Bank beraten zu lassen und je nach Situation und Risikoneigung auch alternative Anlageformen wie Fonds in Betracht zu ziehen.

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