16. März 2018, 21:14 Uhr

Gut gefüllter Bonustopf

16. März 2018, 21:14 Uhr

Frankfurt/Main (dpa). Der Jahresverlust der Deutschen Bank für 2017 ist noch größer als zunächst angenommen – dennoch stockt Deutschlands größtes Geldhaus die Boni für seine Mitarbeiter kräftig auf. Der Bonustopf ist mit rund 2,3 Milliarden Euro gefüllt, wie der Frankfurter DAX-Konzern mitteilte. Der Vorstand hingegen hatte bereits am Wochenende öffentlich gemacht, dass er für das vergangene Jahr erneut auf variable Vergütungsbestandteile verzichtet.

Nach den nun vorliegenden testierten Zahlen rutschte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen als erwartet. 735 Millionen Euro Verlust stehen für 2017 in der Bilanz. Hauptgrund für die Abweichung sei ein einmaliger Buchungseffekt bei Steueransprüchen in Großbritannien, erklärte das Geldhaus.

Vor Steuern erzielte das Institut 2017 erstmals seit drei Jahren ein positives Ergebnis – doch schon eine einmalige Milliardenbelastung infolge der kurz vor Weihnachten verkündeten US-Steuerreform führte zum dritten Verlustjahr in Folge.

Konzernchef John Cryan will die Bank im laufenden Jahr zurück in die Gewinnzone führen: »Wir bekräftigen unser Ziel, für das Jahr 2018 einen Nettogewinn und eine wettbewerbsfähige Ausschüttung zu erreichen.«

Der Vorstand – der aktuell mit zehn Männern und zwei Frauen besetzt ist – erhält für 2017 insgesamt 29,2 Millionen Euro Vergütung. 2016 wurde er mit rund 25,9 Millionen Euro entlohnt. Cryan erhielt für das vergangene Jahr 3,4 Millionen Euro Gehalt, weniger als im Vorjahr (3,8 Mio Euro).

Dass die Bonussumme für die Mitarbeiter nach 546 Millionen Euro 2016 nun mehr als vervierfacht wird, verteidigte Personalvorstand Karl von Rohr: »Wir hatten unseren Mitarbeitern versichert, dass wir zum regulären Vergütungssystem zurückkehren wollen.« Dieses Versprechen wolle man halten.

Vor allem die gut 17 200 Investmentbanker unter den 97 535 Vollzeitkräften sollen sich für wieder steigende Boni eingesetzt haben. Sie kassieren den Großteil davon – auch wenn 43 Prozent der Boni erst in den kommenden Jahren abhängig vom Geschäftserfolg der Bank ausgezahlt werden.

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