08. August 2017, 21:08 Uhr

Exporteure auf Rekordkurs

08. August 2017, 21:08 Uhr
Die Zeiten für Deutschlands Exportunternehmen könnten einfacher sein. Dennoch boomen die Ausfuhren. (Foto: dpa)

Wiesbaden (dpa). Waren »Made in Germany« sind im Ausland gefragt. Deutschlands Maschinenbauer, Autohersteller und Co. profitieren von der Erholung der Weltkonjunktur und dem robusten Wirtschaftswachstum in Europa, die Nachfrage steigt. Trotz einer Delle im Juni legten die Ausfuhren im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 6,1 Prozent auf 638,4 Milliarden Euro zu. Ein Jahr zuvor hatte es nur ein Plus von 1,4 Prozent gegeben. Gegenüber dem starken Vormonat sanken die Exporte im Juni allerdings saisonbereinigt um 2,8 Prozent. Im Jahresvergleich gab es aber immer noch ein Plus von 0,7 Prozent auf 107,2 Milliarden Euro. Auch die Importe schwächelten im Juni. In den ersten sechs Monaten legten die Einfuhren aber um 9,2 Prozent auf 516,0 Milliarden Euro zu und damit stärker als die Exporte

Beunruhigt sind deutsche Unternehmen vor allem über die wachsende Zahl von Handelsbarrieren im internationalen Geschäft. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist nahezu jedes vierte der im Ausland tätigen Unternehmen (23 Prozent) besorgt über Abschottung und eine Bevorzugung einheimischer Unternehmen. »Die Zunahme von Handelshemmnissen und protektionistische Tendenzen wie die »America First«-Strategie der US-Regierung sorgen für mehr Unsicherheit«, heißt es in der Umfrage.

Europa wichtigster Handelsraum

Auch die jüngsten Sanktionen der USA gegen Russland und Iran beunruhigen die Wirtschaft. Washingtons Strafmaßnahmen gegen die beiden Länder könnten sich auf deutsche und europäische Unternehmen negativ auswirken, fürchtet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). »Dieses Vorgehen bedroht die partnerschaftliche Zusammenarbeit im transatlantischen Verhältnis«, warnt BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Aus den USA kommt seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump immer wieder Gegenwind für den Freihandel, etwa die Drohung, hohe Zölle auf Importwaren zu erheben. Zugleich sorgt Deutschlands Exportstärke in Washington für besonders scharfe Kritik.

Wichtigster Handelsraum für Deutschland ist allerdings Europa. Mehr als die Hälfte der Exporte geht in die Europäische Union (EU). Nach Einschätzung von ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski gibt es trotz enttäuschender Juni-Zahlen keine Hinweise auf eine Abkühlung der deutschen Wirtschaft. »Die Spannungen mit der neuen US-Regierung, die Unsicherheiten wegen des Brexits und die Aufwertung des Euro vor allem gegenüber dem US-Dollar und dem britischen Pfund haben den deutschen Export nahezu unbeeinträchtigt gelassen.«

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