08. November 2017, 22:20 Uhr

Es wird kalt – und teuer

08. November 2017, 22:20 Uhr
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Von DPA
Heizen wird wohl teurer. (Foto: dpa)

Berlin/Frankfurt (dpa/tmn). Der Winter zehrt mehr an der Haushaltskasse als andere Jahreszeiten – das liegt vor allem an den Heizkosten. Für das Abrechnungsjahr 2017 können die Kosten vieler Haushalte sogar steigen – das erwarten der Deutsche Mieterbund und die Beratungsgesellschaft co2online. Sie rechnen mit 15 Euro mehr für eine mit Gas beheizte 70-Quadratmeter-Wohnung in diesem Jahr. Bei Öl sind es 65 Euro mehr, bei Fernwärme 20 Euro.

Eine Trendwende: Im vergangenen Jahr waren die Kosten nämlich noch einmal gesunken, wie aus dem neuesten »Heizspiegel« hervorgeht. 2016 war zwar kühler als das Vorjahr, es wurde mehr Energie zum Heizen verbraucht – die Preise waren jedoch niedriger. Nun steigen sie wieder. Nach Daten des Messgeräteherstellers Tecson erreichte die Heizöl-Notierung am Mittwoch ein Jahreshoch. Für 100 Liter Heizöl werden bei Abnahme von 3000 Litern inklusive Steuern knapp 62 Euro fällig.

Den meisten Menschen ist der Komfort und das Wohlfühlgefühl ihr Geld dennnoch wert: Sie drehen die Heizung an kalten Herbst- und Wintertagen voll auf, statt dicke Socken und Pullis im Bett zu tragen. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich jedoch trotzdem der eine oder andere Euro sparen.

Temperatur senken: Experten empfehlen folgende Temperaturen in der Wohnung: 20 bis 22 Grad im Wohnraum, in der Küche aber reichten rund 18 Grad. Dafür könnten es im Schlafzimmer zum Wohlfühlen auch 17 bis 18 Grad sein. Ein Extra-Tipp: Nachts, wenn man unter der warmen Bettdecke liegt, die Temperatur noch weiter absenken. Vier bis fünf Grad können es in Wohn- und Arbeitsräumen gut sein – aber nicht mehr. Sonst verursacht das Wiederaufheizen am Morgen zu hohe Kosten.

Es gibt aber noch einen weiteren guten Grund, warum man es mit dem vermeintlichen Sparen auch nicht übertreiben sollte: Dreht man die Heizung zu Hause tagsüber länger ab, zum Beispiel während der Arbeitszeit, kühlen die Außenwände auch ab. Das führt zu einem unbehaglichen Raumgefühl. Und das lässt letztlich einen abends die Heizung höher aufdrehen, als es erforderlich wäre.

Heizkörper freihalten: Die Luft am Heizkörper muss im Raum zirkulieren können, nur dann kann sich die Wärme auch verteilen. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. Daher zum Beginn der Heizperiode am besten prüfen, ob Möbel, Vorhänge oder sonstige Wohnaccessoires diese verdecken.

Stoßlüften: Es leuchtet ein: Ist das Fenster offen bei zugleich geöffneter Heizung, entweicht wertvolle Wärme ins Freie. Doch wie lüftet man richtig, damit die Luft im Raum frisch ist und zugleich so wenig wie möglich Wärme entweicht? Am besten klappt das mit dem Stoßlüften mehrmals am Tag bei ausgeschalteter Heizung, erklärt die Hessische Energiespar-Aktion. Die Luft – und mit ihr Feuchtigkeit und Gerüche – entweicht dabei vollständig innerhalb von fünf bis zehn Minuten durch das Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern und Türen, sodass Durchzug entsteht. Wenn man hingegen durch gekippte Fenster lüftet, dauert der Luftaustausch nicht nur länger, die Wärme der Heizkörper entweicht in dieser Zeit auch direkt zum Fenster. Zugleich kühlen beim langen Lüften die Wände und Fensterlaibungen aus.

Türen schließen: An sich klingt die Idee gut: Ist es in einem Raum zu warm, einfach die Tür zum kalten Nebenraum öffnen und diesen so mit beheizen statt die wertvolle Energie wegzulüften. Doch Experten raten davon ab, denn das kann hohe Folgekosten bedeuten. Die warme Luft transportiert auch Feuchtigkeit in das kühlere Zimmer, wo diese an den kalten Wänden kondensieren. Der Putz durchfeuchtet, Schimmelbildung ist möglich.



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