15. Februar 2018, 22:19 Uhr

Dieselkrise belastet Kfz-Gewerbe

15. Februar 2018, 22:19 Uhr
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Von DPA
Zwar steigt der Umsatz der deutschen Autohändler insgesamt, doch immer mehr Dieselfahrzeuge bleiben stehen. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Die Dieselkrise belastet das Geschäft der deutschen Autohändler. »Die Autokäufer sind zutiefst verunsichert. Drohende Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich«, sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Jürgen Karpinski, am Donnerstag in Berlin.

Der Umsatz des Kfz-Gewerbes insgesamt stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 174,4 Milliarden Euro. Ein Minus gab es im Gebrauchtwagenhandel. Dort sank der Umsatz um 1,9 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro. Dabei war das Bild nochmals zweigeteilt: Unabhängige Gebrauchtwagenhändler erlebten einen Absturz ihrer Erlöse um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Die Markenhändler dagegen konnten ihren Umsatz um 4,4 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro erhöhen.

Die Durchschnittsrendite des Kfz-Gewerbes lag nach vorläufigen Berechnungen 2017 bei 1,3 bis 1,6 Prozent, nach 1,7 Prozent im Jahr 2016. Das sei nicht überraschend, sagte Karpinski. Beim Handel stünden mehrere Hunderttausend gebrauchte Diesel auf Halde, dadurch seien die Kosten stark gestiegen. Hinzu kämen Dieselautos aus Leasingverträgen, die zurückgegeben würden.

Für einen Teil der Unternehmen sei die Lage inzwischen existenzbedrohend, sagte Karpinski. Pro Fahrzeug seien einige Tausend Euro Wertverlust einzukalkulieren. Diesel-Pkw stünden derzeit im Schnitt 100 Tage beim Händler, Benziner nur 80. Jeder Standtag koste den Händler 28 Euro pro Auto.

Im August 2017 hatte der Handel nach Verbandsangaben rund 300 000 Euro-5-Diesel-Pkw auf seinen Höfen stehen. Gut die Hälfte der Autohändler gab in einer aktuellen Umfrage an, dass ihr Bestand an diesen Dieselautos seitdem weiter gestiegen sei.

Nachfrage steigt zu Jahresbeginn

Karpinski drückte die Hoffnung aus, dass in Deutschland keine Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge ausgesprochen werden. Letztlich sei das aber eine Entscheidung der Gerichte. Mit einer Hardware-Nachrüstung könnten die Stickoxidwerte bei 95 Prozent aller älteren Diesel reduziert werden, sagte Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk. Wer eine solche Nachrüstung zahlen würde, ist offen. Die Hersteller sind bislang nur bereit, die Software umzustellen, was aber nur einen geringen Beitrag zur Luftreinhaltung leistet.

In den meisten Weltregionen stieg die Nachfrage nach Autos zu Jahresbeginn. Ganz vorn lag China mit rund 2,4 Millionen Neuzulassungen im Januar, 11,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Verband der Automobilindustrie berichtete. Prozentual die größten Sprünge machten Russland (plus 31,3 Prozent) und Brasilien (plus 22,3 Prozent).



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