11. September 2019, 19:32 Uhr

Deutsche Wirtschaft schrumpft weiter

11. September 2019, 19:32 Uhr

Berlin (dpa). Die deutsche Wirtschaft verliert nach Einschätzung führender Ökonomen deutlich an Schwung und dürfte auch im dritten Quartal schrumpfen. Die schwache wirtschaftliche Dynamik begründeten Forschungsinstitute am Mittwoch auch mit politischen Risiken wie dem Brexit und Handelskonflikten. Mit einer wieder anziehenden Konjunktur in Deutschland rechnen sie frühestens im nächsten Jahr. Das Handwerk dagegen berichtet von weiter guten Geschäften.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet im dritten Quartal ein Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Nicht ganz so pessimistisch ist das Essener RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung für die Monate Juli bis September: »In einer Kurzfristprognose rechnen wir mit minus 0,1 Prozent«, sagte Vizekonjunkturchef Torsten Schmidt. Schon im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,1 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

»Eine scharfe Rezession im eigentlichen Sinne, also ein deutliches Unterschreiten der Auslastung in den Unternehmen mit drastisch steigender Arbeitslosigkeit, ist derzeit aber nicht in Sicht«, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung forderte erneut mehr staatliche Investitionen. »Deutschland braucht in diesen schwierigen Zeiten einen Anker der Stabilität durch ein langfristiges Investitionsprogramm der Bundesregierung«, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. »Statt sich über die niedrigen Zinsen zu beklagen, sollte die Politik diese als Chance verstehen, um klug in die Zukunft zu investieren.«

Nach Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) spüren viele Betriebe die Abkühlung der Weltwirtschaft. »Der Brexit wirkt sich zusätzlich negativ auf die Wirtschaft in ganz Europa aus«, sagte der DIHK-Chef Eric Schweitzer. Handwerkspräsident Peter Wollseifer hält dagegen: »Die Handwerkskonjunktur brummt weiter. Gravierende Einbrüche sind in den allermeisten Handwerksbereichen - zuallererst natürlich bei den konsumnahen Gewerken - weiterhin nicht absehbar.«

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