02. November 2017, 22:25 Uhr

Boomende Bike-Branche

Dem Markt für E-Bikes geht es exzellent, die Branche rechnet mit einem weiter zunehmenden Marktanteil für die Elektrofahrräder. Auch die Firma Riese und Müller aus Hessen ist auf Wachstumskurs – nun ist bei Darmstadt ein Neubau geplant.
02. November 2017, 22:25 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA
Die Unternehmensgründer Heiko Müller (l.) und Markus Riese zwischen ihren E-Bikes. Beide sehen die elektronischen Räder mittlerweile auch bei der Jugend angekommen. (Foto: dpa)

Vollgestopfte Straßen prägen das Bild vieler Städte. Mit einem Rad lassen sich Staus umkurven – und per E-Bike geht das auch noch ohne allzu viel Puste. Entsprechend setzen immer mehr Menschen auf solche Fahrräder mit Elektromotor. Auch als Transportmittel wird es zunehmend beliebter. »Das Lastenrad gewinnt an Boden«, betont der Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) in Bielefeld. Gut laufen angesichts solcher Entwicklungen beispielsweise die Geschäfte bei der Riese und Müller GmbH in Weiterstadt bei Darmstadt – das Unternehmen setzt voll auf E-Bikes.

Gegründet wurde die Firma 1993 von den Geschäftsführern Markus Riese (49) und Heiko Müller (50). Mittlerweile verbucht sie satte Wachstumszahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 (31. Juli) wurden 30 000 Räder produziert. Im Jahr davor waren es 18 600, ein Plus von 61,3 Prozent auf Jahressicht also. Auch die Zahl der Beschäftigten steigt, derzeit sind es rund 260. »Wir stellen jeden Monat zwischen zehn und 15 Leute ein«, sagt Müller. Für 2019 ist ein Umzug geplant, in ein neues Domizil in Mühltal bei Darmstadt.

»Riese und Müller ist einer der wenigen großen Hersteller in Deutschland, die völlig auf E-Bike setzen«, sagt der Sprecher des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) in Bad Soden, David Eisenberger. Dem Verband zufolge wurden 2016 in Deutschland 605 000 E-Bikes verkauft, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr werden sogar 680 000 verkaufte E-Bikes erwartet, und Eisenberger prognostiziert weiteres Wachstum. »Der Marktanteil an E-Bikes in Deutschland wird mittelfristig schätzungsweise bei 18 bis 20 Prozent liegen.« Langfristig werde sogar mit 30 Prozent gerechnet. Derzeit seien es noch rund 15 Prozent.

Geschäftsführer Müller aus Weiterstadt betont, E-Bikes hätten ihr Image als Rad für Ältere längst abgelegt. »Wir sind inzwischen bei Jugendlichen angekommen«, betont er. »Es dauert noch zwei, drei Jahre, dann steigen die Leute vom Kinderfahrrad gleich auf ein E-Bike.« Im Kommen seien auch Lastenräder, ein jetzt noch eher kleiner Teil der E-Bikes. »Das ist ein deutlich wachsendes Segment.«

Von den 30 000 Rädern im Geschäftsjahr 2016/2017 verkaufte Riese und Müller 60 Prozent in Deutschland, 35 Prozent in Europa, den Rest darüber hinaus. »Da ist noch Potenzial für Europa«, meint Geschäftsführer Riese. Von den verkauften Rädern seien 29 000 E-Bikes gewesen, von diesen wiede-rum 2000 Lastenräder, die bei Riese und Müller im Durchschnitt 5000 Euro kosten.

Riese hält Lastenräder nicht nur für Privatleute für interessant, sondern auch für Firmen, wenn diese mitten in einer Stadt tätig sind. »Die gewerbliche Nutzung boomt, das ist mit Sicherheit ein Zukunftsmarkt«, betont Riese. »Das wird die Mobilität im urbanen Raum revolutionieren.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos