20. März 2019, 22:36 Uhr

Autobosse einigen sich

20. März 2019, 22:36 Uhr
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Von DPA

Wolfsburg/München (dpa). Die VW-Forderung nach einem radikalen Wechsel zur batteriebetriebenen Elektromobilität hat die deutsche Autoindustrie gespalten. Im Kern geht es darum, ob sich die Förderung – wie es VW-Chef Herbert Diess vorschwebt – künftig ausschließlich auf Batteriefahrzeuge konzentrieren soll. Am Mittwochabend einigten sich Diess sowie BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Boss Dieter Zetsche im Gespräch mit dem Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, auf batterieelektrische Autos und Hybride als »Gebot der Stunde«, wie die Deutsche Presse-Agentur aus VW-Kreisen erfuhr. Darüber hinaus müsse die Ladeinfrastruktur für E-Autos ausgebaut werden, hieß es. BMW-Chef Harald Krüger hatte der Forderung von Diess zuvor entschieden widersprochen. Auch an anderer Stelle spürte der VW-Chef Gegenwind: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 und machte klar, Gespräche über »Effizienzsteigerungen« werde es nur unter Bedingungen geben.

Krüger betonte: »Wo ich ganz klar anderer Meinung bin, ist Technologieoffenheit.« Diess dagegen will Subventionen vor allem auf kleine vollelektrische Autos konzentrieren und sagte: »Technologieoffenheit ist jetzt die falsche Parole.« Was bedeutet das? Neben batterieelektrischen Autos gibt es weitere denkbare Antriebsvarianten – etwa die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle, Hybride oder synthetische Kraftstoffe. Diess dagegen will alles auf eine Karte, nämlich Batterien, setzen. Aber: Die Entwicklung in verschiedenen Teilen der Welt sei unterschiedlich, und wie schnell die Infrastruktur für reine vollelektrische Fahrzeuge entstehen werde, »das sehe ich anders«, erklärte Krüger. In einigen Ländern sei Wasserstoff eine Alternative zum Batterieauto. Daraus ergebe sich Diskussionsbedarf, sagte er.

Der am Mittwochabend erzielten Einigung zufolge gehen die Autobosse nun davon aus, dass mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenautos in den nächsten etwa zehn Jahren nicht marktreif sein würden. Ein VDA-Sprecher sagte, es habe »ein kurzes, sehr konstruktives und gutes Gespräch« gegeben. Die Details würden zeitnah bekanntgegeben.

Diess hatte den Konflikt mit einem Strategiepapier ausgelöst, das in der Branche und auch in der Politik heftig umstritten ist. Kritiker monieren, die Vorschläge seien zu sehr auf Volkswagen gemünzt. In dem Papier heißt es, die bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus.

Auch vor rund 20 000 Beschäftigten auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg betonte Diess: »Die Elektromobilität ist der richtige Weg.« Aber: ein E-Auto erfordere etwa 30 Prozent weniger Arbeit als ein Verbrenner.



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