09. August 2019, 21:57 Uhr

Auf und Ab an der Börse

09. August 2019, 21:57 Uhr

Leverkusen/Düsseldorf (dpa). Die Hoffnung auf einen Vergleich im US-Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat die Aktienkurs des Bayer-Konzerns am Freitag nach oben springen lassen. Später jedoch wies Bayers Chefvermittler in dem Verfahren, Kenneth Feinberg, die Spekulationen zurück - und auch die Euphorie an der Börse verflog. Es gebe keinen angeblich angestrebten Vergleich zwischen Bayer und den Tausenden Klägern in den USA, stellte Feinberg klar. »Bayer hat nicht vorgeschlagen, acht Milliarden US-Dollar zu zahlen, um alle US-Roundup-Krebs-Klagen beizulegen«, sagte der US-Anwalt dem »Handelsblatt«, wie dieses am Freitag berichtete.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Bayer strebe in dem Rechtsstreit einen Vergleich an. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern schlage eine Zahlung von bis zu acht Milliarden US-Dollar (7,15 Mrd. Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18 400 Kläger beizulegen, hieß es unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Bayer-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Der Bayer-Aktienkurs, der am Vormittag noch prozentual zweistellig gestiegen war, fiel am Nachmittag deutlich zurück. Mit einem Plus von knapp zwei Prozent reichte es aber immer noch für den ersten Platz in einem schwachen deutschen Leitindex DAX. Für Unterstützung sorgte Händlern zufolge auch eine Entscheidung der US-Umweltbehörde EPA vom Donnerstag (Ortszeit), derzufolge Produkt-Label auf Unkrautvernichtern verboten sind, die behaupten, dass Glyphosat krebserregend sei. Damit stellt sich die EPA gegen eine Entscheidung des Bundesstaates Kalifornien.

Analysten hatten die Aussicht auf eine Einigung in der Causa Glyphosat angesichts der schwebenden Milliardenrisiken durch drohende Schadensersatzzahlungen an die klagenden Krebspatienten positiv bewertet. Alles unter 30 Milliarden Dollar wäre positiv für den Aktienkurs. Inwieweit die Hoffnung auf eine Einigung in den nächsten Monaten nun dahin ist, bleibt offen. Denn: Bis zu einer Einigung zwischen Bayer und den Klägern dürfte im Grunde alles hinter verschlossenen Türen besprochen werden.

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