13. September 2017, 22:09 Uhr

Air Berlin hofft auf Normalbetrieb

13. September 2017, 22:09 Uhr
Air Berlin muss momentan durch stürmische Zeiten manövrieren. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Nach zahlreichen Flugausfällen können sich Passagiere der Air Berlin an diesem Donnerstag wieder auf einen normalen Betrieb der insolventen Airline einstellen. Am Dienstag und Mittwoch waren rund 200 Flüge ausgefallen, weil etliche Piloten sich krankgemeldet hatten. Gegen gestern Mittag gab es dann die Entwarnung, dass viele Crews an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Die Beschäftigten fürchten um ihre Einkommen und Arbeitsplätze, wenn Air Berlin wie geplant zerschlagen wird. Vorstandschef Thomas Winkelmann appellierte gestern an die Piloten: »Meldet euch aus dem Off freiwillig zurück.« Auch die Bundesregierung redete den Piloten ins Gewissen. Von Arbeitgeberseite kam Kritik am »wilden Streik«.

Air Berlin hatte vor vier Wochen Insolvenz angemeldet und verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Airlines über einen Verkauf von Unternehmensteilen. Morgen endet die Bieterfrist.

Am Montag waren Gespräche gescheitert, in denen die Arbeitnehmerseite einen Sozialplan erreichen wollte. Das Management will erst verhandeln, wenn konkrete Kaufangebote vorliegen. Selbst die erste öffentlich bekannte Offerte der Lufthansa ist bislang noch nicht bindend, wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war.

»Es ist durchaus ein riskantes Manöver, was da von einigen Piloten ganz offensichtlich versucht wird«, kritisierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Krankmeldungen. »Ich kann deshalb an alle nur appellieren, Vernunft wieder einkehren zu lassen.«

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte vor Störfeuer – »von welchen Seiten auch immer«. Ziel sei es, »möglichst viel von den Werten von Air Berlin tatsächlich noch zu retten und gegebenenfalls zu verkaufen«, sagte Zypries. »Insbesondere geht es uns auch darum, dass die Arbeitsplätze für die Beschäftigten möglichst vollständig erhalten bleiben.«

Vorstandschef Winkelmann betonte: »Potenzielle Investoren werden durch die gestrige und heutige Performance verschreckt.« Am Dienstag hatten sich kurzfristig rund 200 Piloten krankgemeldet. Nach jüngsten Zahlen der Air Berlin waren am Dienstag sogar 164 Flüge ausgefallen, nicht wie zunächst angenommen rund 100. Hinzukamen mehrere Ausfälle bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, die üblicherweise mit Air Berlin-Flugzeugen durchgeführt werden.

Für Mittwoch gab das Unternehmen die Zahl der krankgemeldeten Piloten mit 149 an. Mindestens 32 Flüge wurden gestrichen, außerdem fielen 35 Eurowings-Verbindungen aus.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Air-Berlin
  • Alexander Dobrindt
  • Brigitte Zypries
  • CSU
  • Deutsche Lufthansa AG
  • Eurowings
  • Flugausfälle
  • Flüge
  • Passagiere
  • Passagiere und Fahrgäste
  • SPD
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos