06. April 2017, 19:32 Uhr

Uralte Mikroben schlafen in Höhlenkristallen

06. April 2017, 19:32 Uhr
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Von DPA

In riesigen Kristallen der schwer zugänglichen Naica-Höhlen (Mexiko) haben Forscher uralte Mikroben entdeckt und einen Teil davon im Labor wiederbelebt.

Die Höhlenforscherin Penelope Boston, Direktorin des NASA-Instituts für Astrobiologie, schätzt, dass die Kleinstlebewesen seit mindestens 10 000, vielleicht sogar seit 50 000 Jahren dort in einer Art Schlafzustand waren. Etwa 90 Prozent der Bakterien und Archaeen seien bisher unbekannt, berichtete die Forscherin. Archaeen sind eine besondere Form von Kleinstlebewesen.

Zusammen mit Kollegen fand sie die Mikroben vor allem in mit Flüssigkeit gefüllten Einschlüssen der Kristalle. Die Funde sind bislang nicht in einem Fachmagazin publiziert. Boston stellte sie jedoch jüngst schon auf der weltgrößten Wissenschaftskonferenz AAAS in Boston vor.

2008 kletterte Boston erstmals in die spektakulären Höhlen, die vor 100 Jahren durch Zufall von Minenarbeitern entdeckt wurden. Normalerweise mit Wasser gefüllt, wurden die Höhlen während der Abbauarbeiten leergepumpt. Die imposanten, durchscheinend weißen Kristallnadeln aus Calciumsulfat, die sich darin befinden, sind bis zu fünf Meter hoch. Ihr Durchmesser erreicht bis zu einen Meter.

Während andere Wissenschaftler bereits Mikroben an den Höhlenwänden entdeckt hatten, waren die Funde im Kristallinnern völlig überraschend. »Diese Lebewesen gedeihen unter Extrembedingungen. Sie brauchen kein Licht. Sie verarbeiten Mineralien, um Energie zu gewinnen«, erläutert Boston.



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