24. März 2019, 22:36 Uhr

Warnungen vor Wiederaufstieg des IS

24. März 2019, 22:36 Uhr
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Von DPA
Mit Baghus ist die letzte IS-Hochburg in Syrien gefallen. Truppen unter kurdischer Führung haben die Stadt am Samstag eingenommen. (Foto: dpa)

Damaskus (dpa). Nach dem Fall der letzten syrischen IS-Bastion und dem Ende des selbsternannten Kalifats mehren sich die Warnungen vor einem Wiederaufstieg der Extremisten. Syriens Kurden, aber auch Deutschland und andere Länder sehen in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiterhin eine Gefahr. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden »wachsam« bleiben und den Kampf gegen den IS fortsetzen, bis die Terrormiliz endgültig besiegt sei. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist Medienberichten zufolge untergetaucht.

Die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten am Samstag nach wochenlangen Kämpfen die letzte IS-Bastion Baghus im Osten des Landes für befreit erklärt. Das »sogenannte Kalifat« sei vollständig zerstört worden, teilte SDF-Sprecher Mustafa Bali über Twitter mit. Ihren Sieg feierten die Kurden mit einer Militärzeremonie. Mit dem Fall von Baghus kommt der Krieg gegen den IS nach fast fünf Jahren zu einem vorläufigen Ende.

Dutzende Schläferzellen

US-Präsident Donald Trump erklärte in einer Stellungnahme, gemeinsam mit den SDF und anderen Mitgliedern der Anti-IS-Koalition hätten die USA das restliche Gebiet vom IS zurückerobert. »Die Feiglinge werden gelegentlich wieder auftauchen, aber sie haben ihr Ansehen und ihre Macht verloren. Sie sind Verlierer und sie werden immer Verlierer bleiben«, fügte Trump mit Blick auf die Extremisten hinzu.

Die Befreiung der letzten IS-Bastion in Syrien sei ein »historischer Moment«, sagte der Außenbeauftragte des politischen Arms der SDF, Abdel Karim Umar. »Das bedeutet aber nicht, dass wir den Terror besiegt haben.« Der IS sei in den befreiten Gebieten noch immer präsent. So gebe es Dutzende Schläferzellen. Zahlreiche Dschihadisten sind in den Wüstengebieten Syriens und des Iraks untergetaucht, von wo aus sie regelmäßig Angriffe aus dem Hinterhalt verüben.

Außenminister Heiko Maas (SPD) würdige die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Terrormiliz. Deutschland habe dazu einen wichtigen Anteil beigetragen, sagte er laut Auswärtigem Amt. Vom IS gehe weiter eine erhebliche Gefahr aus. »Wir werden diese Bedrohung nicht unterschätzen. Deshalb geht das gemeinsame Engagement der Anti-IS-Koalition weiter«, sagt Maas. Die Stabilisierung der vom IS befreiten Gebiete bleibe entscheidend.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erklärte über Twitter, es sei nun eine bedeutende Gefahr für sein Land beseitigt. »Aber die Bedrohung bleibt, und der Kampf gegen terroristische Gruppen muss weitergehen.« Die britische Premierministerin Theresa May warnte, nicht den Blick von der Gefahr abzuwenden, die vom IS ausgehe.

Der Vize-US-Gesandte bei der internationalen Anti-IS-Koalition, William Roebuck, sprach von einem »entscheidenden Meilenstein« im Kampf gegen den IS, erklärte bei der Militärzeremonie der Kurden aber auch: »Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um eine dauerhafte Niederlage des IS zu erreichen.« In einem vor einigen Wochen vom Pentagon veröffentlichten Bericht heißt es, der IS sei weiter aktiv und könne in sechs bis zwölf Monaten wieder aufleben.



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