12. Februar 2020, 23:04 Uhr

Vereinfachungen für häusliche Pflege?

12. Februar 2020, 23:04 Uhr

Berlin - Hunderttausende pflegende Angehörige in Deutschland stehen wegen Überlastung kurz davor, ihren Dienst einzustellen. Ein neuer Vorstoß aus der Bundesregierung zielt nun darauf ab, die Pflege in den eigenen vier Wänden grundsätzlich zu erleichtern. Verbraucherschützer fordern zudem die Kostenübernahme für sogenannte digitale Pflegehelfer wie Sturzsensoren durch die Krankenkassen.

Von den 2,5 Millionen Menschen, die zu Hause etwa Ehemann, Vater oder Mutter pflegen, würden 185 000 ihren Dienst gerne einstellen. Das zeigte ein Pflegereport der Krankenkasse Barmer schon 2018. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, sagt: »Das wäre eine Katastrophe.« Nun legte Westerfellhaus ein Konzept vor, das Betroffenen echte Erleichterungen bringen soll.

Heute leide die häusliche Pflege unter einem »Leistungsdschungel«, heißt es dort. Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst, Pflegegeld, Tagespflege, Nachtpflege, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege - durch den Wust vieler teils kombinierbarer, teils sich ausschließender Leistungen könnten viele nicht durchsteigen. »Viele geben auf dem Weg frustriert auf«, sagt Westerfellhaus. Sein Rezept dagegen: die Bündelung von Leistungen - und systematische Beratung.

Westerfellhaus will alle Mittel, die die Pflegekassen zur Betreuung oder für Hilfsmittel zahlen, in ein für jeden individuelles Betreuungsbudget fließen lassen. Aus einem zweiten Geldtopf, dem Entlastungsbudget, sollen alle zeitweisen Aufenthalte der Pflegebedürftigen in Einrichtungen gezahlt werden können, die die Angehörigen für diese Zeit entlasten. Ähnlich dem Hebammen-System soll ein System an Ko-Piloten für die Pflege aufgebaut werden: Pflegekräfte oder Sozialarbeiter sollen regelmäßig nach Hause kommen, die Betroffenen beraten und die passenden Angebote finden. Durch die Budgets und die Beratung sollen die Beträge leichter zur Verfügung gestellt und einfacher eingesetzt werden können. Nun kommt es auf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Eine Sprecherin nannte den Vorstoß einen »interessanten Debattenbeitrag«. dpa

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