06. April 2020, 22:51 Uhr

Turbo-Kredite für Mittelstand

06. April 2020, 22:51 Uhr
Schutzmasken sind in diesen Tagen Thema zahlreicher Diskussionen. Vielerorts sind sie rar, aktuell ist sogar ein Streit zwischen Deutschland und den USA über den Verbleib von 200 000 Masken ausgebrochen. Auf Seite 14 dieser Zeitung finden Sie eine Anleitung, wie Sie sich einen Mundschutz selbst nähen können. FOTO: DPA

Berlin - Mit einem Schnellkreditprogramm will die Bundesregierung kleine und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise mit Liquidität versorgen und eine Pleitewelle verhindern. Künftig können die Banken bei Kreditanträgen auf die zeitaufwendige Bewertung der Zukunftsaussichten eines Unternehmens verzichten - das Ausfallrisiko übernimmt zu 100 Prozent der Staat. Das hat gestern das Corona-Krisenkabinett beschlossen. Die Firmen dürfen dem Programm zufolge zum 31. Dezember 2019 nicht in Nöten gewesen sein.

Quarantäne für Rückkehrer nach Deutschland

Nach der Sitzung des Krisenkabinetts trat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach ihrer Quarantäne erstmals wieder öffentlich auf. In einer Pressekonferenz betonte sie, Deutschland und Europa müssten eine eigene Fertigung von Schutzausrüstung wie Masken aufbauen. Dazu werde im Bundeswirtschaftsministerium ein eigener Stab eingerichtet. Die Bundeskanzlerin wies auch darauf hin, dass sich die Einschätzung der Fachleute zum Tragen von Schutzmasken gerade wandele. Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde.

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnende Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das Corona-Krisenkabinett gestern den Bundesländern. Reisende dürfen nur noch aus einem triftigen Grund nach Deutschland kommen. Über EU-Bürger oder langjährig in Deutschland lebende Personen hinaus gibt es Ausnahmen für medizinisches Personal, Pendler, Diplomaten und weitere Personengruppen.

In Deutschland sind bis Montagnachmittag mindestens 97 800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 1523 mit SARS-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit (Vortag: 1384). Das geht aus einer Auswertung der dpa hervor. Ein Verordnungsentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, dass Kliniken freie Intensivbetten künftig täglich an ein zentrales Register melden müssen.

Österreich und Dänemark wollen Auflagen lockern

In Österreich soll unterdessen nach Ostern der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gestern mit. Ab 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Allerdings wurden die Ausgangsbeschränkungen bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Auch Dänemark hat eine erste Lockerung seiner Maßnahmen nach Ostern angekündigt. Kinderkrippen, Kindergärten sowie die unteren Jahrgangsstufen von Schulen sollen am 15. April wieder geöffnet werden, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend. Die deutsche Bundesregierung hält hingegen an ihrer Linie fest, derzeit keine Stichtage für ein Zurückfahren der Beschränkungen zu nennen.

Im Streit über gemeinsame europäische Anleihen wächst der Druck auf Deutschland. Vor den heutigen Beratungen der EU-Finanzminister warben nicht nur die EU-Kommissare Paolo Gentiloni und Thierry Breton für Corona-Bonds. Auch die französische Regierung setzte sich erneut für eine Variante dieser Gemeinschaftsanleihen ein. Die Bundesregierung lehnt Corona-Bonds dagegen bisher ab. dpa

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