30. August 2020, 22:26 Uhr

Toter bei Protesten in Portland

30. August 2020, 22:26 Uhr
Polizisten halten nach dem tödlichen Schuss bei Demonstrationen in Portland einen Mann fest, der ein Begleiter des Getöteten gewesen sein soll. FOTO: AFP

Portland/Kenosha - US-Präsident Donald Trump macht Gewalt am Rande von Protesten in amerikanischen Städten immer mehr zum Wahlkampfthema im Rennen ums Weiße Haus. Nachdem in der Nacht zum Sonntag ein Mann in der Stadt Portland erschossen wurde, brachte Trump die Gewalt erneut mit der Politik der Demokraten in Verbindung.

Am Dienstag will Trump in die Stadt Kenosha fahren, in der es nach den Schüssen eines Polizisten in den Rücken eines Schwarzen ebenfalls Proteste gibt.

Trump hat das Versprechen von »Recht und Ordnung« zu einer zentralen Botschaft im laufenden Präsidentschaftswahlkampf gemacht. In Portland (Oregon) gibt es seit Wochen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Am Samstag fuhr ein Autokorso von Trump-Anhängern durch Portland. Laut Medienberichten waren es mehrere hundert Autos mit etwa 2500 Trump-Unterstützern. Trump begrüßte die Aktion mit den Worten »Großartige Patrioten!«.

Laut Medienberichten kam es in Portland zu Auseinandersetzungen zwischen Trump-Anhängern und Demonstranten. Auf dem Video eines »New York Times«-Reporters war zu sehen, wie von der Ladefläche eines Pickups im Autokorso mit einem Paintball-Gewehr auf Demonstranten geschossen wird. Von einem anderen Wagen wird Pfefferspray versprüht. Der erschossene Mann trug laut Medienberichten eine Baseball-Kappe der rechten Gruppe »Patriot Prayer«.

In Kenosha im Bundesstaat Wisconsin waren in der Nacht zum Mittwoch zwei Menschen am Rande von Protesten erschossen worden. Als Schütze wurde ein 17-Jähriger festgenommen.

Unterdessen werden häppchenweise Details zum Polizeieinsatz bekannt, bei dem ein Polizist in Kenosha vor einer Woche dem 29-jährigen Jacob Blake siebenmal in den Rücken geschossen hatte. Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Josh Kaul, teilte mit, dass auf dem Boden der Fahrerseite ein Messer gefunden worden sei. Er machte aber auf Nachfragen keine Angaben dazu, ob Blake ein Messer in der Hand gehabt habe. Die Polizeigewerkschaft von Kenosha erklärte, gegen Blake habe ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs vorgelegen. dpa » Seite 4

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