27. Januar 2017, 22:52 Uhr

Stühlerücken im Kabinett

Berlin (dpa). Der Vizekanzler und bisherige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist neuer Bundesaußenminister. Er löste gestern Frank-Walter Steinmeier ab, der insgesamt mehr als sieben Jahre Chef des Auswärtigen Amtes war. Nachfolgerin Gabriels an der Spitze des Wirtschaftsministeriums wird seine bisherige Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries. Bundespräsident Joachim Gauck übergab den drei SPD-Politikerin im Schloss Bellevue in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungs- und Ernennungsurkunden.
27. Januar 2017, 22:52 Uhr
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Von DPA
Bundespräsident Joachim Gauck (2. v. r.) und Kanzlerin Angela Merkel (2. v. l.) mit dem ausgeschiedenen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (l.), seinem Nachfolger Sigmar Gabriel (r.) und der neuen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Der Vizekanzler und bisherige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist neuer Bundesaußenminister. Er löste gestern Frank-Walter Steinmeier ab, der insgesamt mehr als sieben Jahre Chef des Auswärtigen Amtes war. Nachfolgerin Gabriels an der Spitze des Wirtschaftsministeriums wird seine bisherige Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries. Bundespräsident Joachim Gauck übergab den drei SPD-Politikerin im Schloss Bellevue in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungs- und Ernennungsurkunden.

Steinmeier scheidet aus dem Kabinett aus, weil er am 12. Februar als Kandidat der großen Koalition bei der Bundespräsidentenwahl antritt. Seine Wahl gilt als sicher. Gauck würdigte die außenpolitische Leistung seines potenziellen Nachfolgers. »Der Name Frank-Walter Steinmeier wird mit der deutschen Außenpolitik verbunden bleiben«, sagte er. »Er steht für Unermüdlichkeit, dafür, weiter zu verhandeln, zu vermitteln und zu überzeugen.«

Gabriel kam mit seiner schwangeren Frau und seiner kleinen Tochter ins Schloss Bellevue. Gauck dankte ihm für Erfolge in der Wirtschaftspolitik. Gabriel will sich in seinem neuen Amt für die europäische Idee und respektvolle Beziehungen zu den USA stark machen. »Das europäische Einigungswerk steht auf dem Spiel«, sagte Gabriel bei seiner Antrittsrede. Wahlkampf wolle er in seiner Funktion als Außenminister nicht machen. Der 57-Jährige warb zugleich für eine respektvolle Zusammenarbeit mit den USA – auch unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. »Was immer in den USA für Töne zu uns herüberschallen, für uns muss es eine Orientierung bleiben«, sagte Gabriel. Seine erste Auslandsreise unternimmt er am Samstag nach Paris.

Zypries wurde als Neuling im Kabinett nach der Zeremonie im Schloss Bellevue im Bundestag vereidigt. In ihrer ersten Rede als Bundeswirtschaftministerin unmittelbar nach ihrer Vereidigung im Bundestag machte sich Zypries für den Freihandel stark und kritisierte US-Präsident Donald Trump. In einer globalisierten Welt könne »der Bau von Mauern keine Antwort sein«, sagte sie im Parlament mit Blick auf die von Trump geplante Mauer an der US-Grenze zu Mexiko.



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