02. April 2020, 23:11 Uhr

Steinmeier lobt Solidarität

02. April 2020, 23:11 Uhr

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland für ihren Einfallsreichtum und die Solidarität in der Corona-Krise gelobt. »Diese Krise weckt unsere tiefsten Ängste«, sagte er in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. »Aber sie ruft auch das Beste in uns hervor.« Steinmeier hat die Bürger zudem zur Hilfsbereitschaft im Alltag aufgerufen. Dies könne ein Einkauf für ältere Nachbarn oder ein Anruf bei der Familie sein. »Wir sind vielleicht zur Isolation verdammt - aber nicht zur Untätigkeit«, betonte der Bundespräsident. Zugleich räumte Steinmeier ein, dass die Situation nicht leicht sei. »Es sind bedrückende Tage, die wir gemeinsam durchleben.«

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, warnte derweil vor schweren Schäden für die Grundrechte, sollten die Restriktionen in der Corona-Krise lange andauern.

Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in Deutschland ist auf rund tausend gestiegen. Nach einer Statistik der Johns-Hopkins-Universität aus den USA gab es bis zum späten Donnerstagnachmittag 997 Todesfälle. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich demnach auf 81 728.

Laut Robert-Koch-Institut sind rund 2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der »Süddeutschen Zeitung« auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten.

Auch Hessen verhängt Bußgelder

Weitere Bundesländer haben Bußgelder für Verstöße gegen die Auflagen in der Corona-Krise festgelegt. Die Landesregierungen von Hessen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gaben am Donnerstag entsprechende Regelungen bekannt.

Das RKI hat indes seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen vorsorglich eine Maske tragen, könnte dies das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, erklärte die Bundesbehörde auf ihrer Internet-Seite.

Zur Bewältigung der Corona-Krise hält die Bundeswehr von diesem Freitag an 15 000 Soldaten bereit zur Unterstützung von Ländern und Kommunen.

Über die Einführung einer Anti-Corona-App sind die Deutschen einer Umfrage zufolge gespalten. Etwa 47 Prozent aller Wahlberechtigten wären bereit, eine solche App auf ihrem Smartphone zu ins-tallieren und zu nutzen, wie aus einer gestern veröffentlichten Erhebung von Infratest Dimap für den ARD-»Deutschlandtrend« hervorgeht. Rund 45 Prozent würden eine solche App nicht nutzen. dpa/AFP

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