16. August 2017, 22:28 Uhr

Statuen abgebaut

16. August 2017, 22:28 Uhr

Washington/New York (dpa). Nach den Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen bei der Rassisten-Kundgebung in Charlottesville entfernen immer mehr Städte im Süden der USA Statuen, die an den Bürgerkrieg erinnern. Wie der Sender CNN berichtete, wurden am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) in Baltimore die Statuen von Südstaatengenerälen entfernt.

Diese Monumente gedenken getöteter Soldaten der Südstaaten aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865), für viele US-Amerikaner sind sie aber auch Symbole für Rassismus. Die Konföderierten, die sich damals vom Norden losgesagt hatten, wollten die Sklaverei beibehalten.

Mit Kränen wurde gestern ein Monument für die Generäle Robert E. Lee und Thomas »Stonewall« Jackson sowie die Statue des sklavenhalterfreundlichen Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, Roger B. Taney (1777–1864), entfernt, berichtete der Lokalsender WBALTV. Der Stadtrat von Baltimore hatte am Montag die Entfernung von vier Statuen beschlossen. Auch andere Städte wie Lexington in Kentucky wollen dem Bericht zufolge ihre Statuen nach den Vorfällen in Charlottesville entfernen.

Am Montag hatten Demonstranten in Durham im Staat North Carolina ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten umgestürzt. Nach Angaben der Veranstalter war die Aktion als direkte Antwort auf die Zusammenstöße von Rassisten und Gegendemonstranten in Charlottesville zu verstehen. Eine 32-jährige Gegendemonstrantin war dabei getötet worden. 19 Menschen wurden verletzt. Die Rassisten hatten in der Stadt in Virginia gegen die Entfernung einer Statue von General Lee protestiert.

Präsident löst Gremien auf

Nach harscher Kritik an seiner Haltung zur Gewalt in Charlottesville löste US-Präsident Donald Trump unterdessen kurzerhand zwei Beraterkreise im Weißen Haus auf. Das gab Trump gestern auf Twitter bekannt.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass eines der beiden Gremien von sich aus die Einstellung seiner Arbeit ankündigen wollte. Aus dem anderen Kreis hatten sich in den vergangenen Tagen bereits reihenweise Mitglieder verabschiedet, darunter der Vorstandschef des Pharmaherstellers Merck, Kenneth Frazier, und Intel-Chef Brian Krzanich. Alle begründeten dies mit Trumps Haltung zu Charlottesville. »Statt Druck auf die Geschäftsleute des Industrie-Rates und des Strategie- und Politikforums auszuüben, beende ich beide«, schrieb Trump. »Vielen Dank an alle.« (Seite 6)

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