01. Dezember 2017, 23:04 Uhr

Staatsschutz ermittelt

01. Dezember 2017, 23:04 Uhr
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Von DPA

Potsdam (dpa). Bombenalarm während der Potsdamer Weihnachtsmarkts: Ganz in der Nähe der vielen Besucher ist ein gefährliches Paket mit Hunderten kleinen Nägeln und einem sogenannten Polenböller entdeckt worden. Bombenentschärfer machten den Fund unschädlich. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) betonte am Freitagabend, dass von dem Fund Gefahr ausgegangen wäre, wenn der Sprengkörper zündfähig gewesen wäre – das Paket enthielt aber keinen Zünder. Ein Lieferdienst hatte es in einer Apotheke in unmittelbarer Nähe der Weihnachtsmarktbuden abgegeben. Rund um das Geschäft wurde ein Sperrbezirk von etwa 100 Metern eingerichtet.

Die Hintergründe waren bis zum späten Abend noch völlig unklar. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamts übernahm die Ermittlungen. Schröter betonte zugleich, es sei zu früh, von einem Anschlag auf den Potsdamer Weihnachtsmarkt zu sprechen. Das Paket könne auch dem Apotheker gegolten haben. Die Polizei warnte vor »voreiligen Schlüssen«.

Die Ermittler wollen nun bundesweit nach möglichen Parallelen suchen. Es werde in den kommenden Tagen geprüft, ob Inhalte des Sprengsatzes ohne Zünder schon einmal irgendwo anders entdeckt worden seien, sagte Schröter am Abend im RBB. Man werde Anfragen an alle Bundesländer richten, sobald der Inhalt endgültig analysiert sei. Schröter sprach von einem »sehr gut imitierten Sprengkörper«. Der Minister betonte, von einem sogenannten Polenböller gehe in einem fest verschlossenen Behältnis eine erhebliche Sprengkraft aus. Dass in dem Paket Nägel waren, zeigte eine Röntgenuntersuchung. Das Paket wurde von Spezialisten der Bundespolizei mit einem Wasserstrahl eines Spezialroboters geöffnet. Medien berichteten von einem Knall.

Anfang der Woche waren in Deutschland viele Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 70 weitere. Von der Berliner Polizei hieß es mit Blick auf mögliche Konsequenzen aus dem Potsdamer Fund: »Wir müssen erst abwarten, was genau da vorgefallen ist.« (Seite 5)



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