02. Dezember 2019, 22:28 Uhr

Signal an die Dörfer

02. Dezember 2019, 22:28 Uhr
Lasst die Sau raus: Renate Künast, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, nimmt an einer Demonstration von Tierschützern am Rande des Agrargipfels vor dem Bundeskanzleramt teil. Foto: dpa

Berlin (dpa). Wenn die Kanzlerin die Wirtschaft empfängt, ging es zuletzt oft um die Autoindustrie. Nach Traktorenprotesten quer durch Deutschland lud Angela Merkel (CDU) am Montag aber zum »Agrargipfel« - und versicherte den Bauern, sie bei weiteren Vorgaben zum Natur- und Klimaschutz einzubeziehen. Dazu signalisierte sie mehrfach Anerkennung für die aufgebrachten Landwirte, die »ein ganz wichtiger Teil der Gesellschaft« seien. Im neuen Jahr soll ein großer Dialog über gesellschaftliche Erwartungen an die Bauern folgen. Umstrittene Billigangebote für Lebensmittel sollen ebenfalls stärker ins Visier.

Knapp eine Woche nach dem Protest Tausender Bauern mit einer langen Traktorenkolonne am Brandenburger Tor betonte die Kanzlerin gleich zu Beginn: »Großer Respekt für ihre Arbeit, die schwierig ist.« Es müssten in vielen Bereichen neue Antworten gefunden werden. »Aber das wollen wir mit Ihnen machen, und das wollen wir nicht gegen Sie machen«, sagte Merkel in die Runde. Dabei waren Vertreter mehrerer Landwirtschaftsverbände von Bauern und der Ökobranche über Imker und Landfrauen bis zur Bioenergie - und auch die Initiative »Land schafft Verbindung«, die für die jüngsten Demonstrationen mobilisiert hatte. Akuten Ärger ausgelöst hat vor allem ein »Agrarpaket«, das das Kabinett im September auf den Weg gebracht hatte. Unter anderem zum Insektenschutz soll der Einsatz von Unkraut- und Schädlingsgiften stark eingeschränkt werden. Für einen besseren Grundwasserschutz müssen auf Druck der EU auch Düngeregeln erneut verschärft werden. Aus den wichtigen EU-Agrarzahlungen an die Höfe wird im neuen Jahr mehr Geld für Umweltmaßnahmen reserviert. Viele Bauern sind auch frustriert über Beschuldigungen und fordern mehr Wertschätzung. Merkel sparte nicht mit Zuspruch. Landwirtschaftliche Tätigkeit sei »Teil unserer Kultur«. Und: »Wenn andere schon fröhlich ihren Feierabend genießen oder im Sommer am Badesee sind, dann sitzen Sie auf dem Mähdrescher oder stehen im Stall und arbeiten, und zwar rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr.« Zugleich rückte die Kanzlerin nicht davon ab, dass Handlungsbedarf beim Umweltschutz bestehe.

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