Politik

Seehofer unterstützt Athen

Berlin/Kastanies - Innenminister Horst Seehofer (CSU) unterstützt die Bemühungen Griechenlands, Migranten an der EU-Grenze zu stoppen. »Ich habe sehr deutlich heute in der Fraktion gesagt, dass die Grenzen Europas nicht geöffnet sind für diese Flüchtlinge aus der Türkei, und das gilt auch für unsere Grenze«, sagte Seehofer gestern. Nach Angaben von Teilnehmern sagte er: »Wir müssen dieses Thema in den Griff bekommen, sonst haben wir 2015 plus.«
03. März 2020, 23:03 Uhr
DPA

Berlin/Kastanies - Innenminister Horst Seehofer (CSU) unterstützt die Bemühungen Griechenlands, Migranten an der EU-Grenze zu stoppen. »Ich habe sehr deutlich heute in der Fraktion gesagt, dass die Grenzen Europas nicht geöffnet sind für diese Flüchtlinge aus der Türkei, und das gilt auch für unsere Grenze«, sagte Seehofer gestern. Nach Angaben von Teilnehmern sagte er: »Wir müssen dieses Thema in den Griff bekommen, sonst haben wir 2015 plus.«

Vertreter von Grünen, SPD und Linken plädierten derweil für eine Aufnahme von Geflüchteten. Überraschend zeigte sich auch Seehofer offen für die europäische Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus griechischen Flüchtlingslagern. Er warb für eine »Koalition der Willigen« in der EU.

Bei den Kindern und Jugendlichen in den Lagern in Griechenland gehe es um eine Gesamtzahl von 5000 Menschen, sagte Seehofer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte in der Sitzung Griechenland und Bulgarien für deren bisherigen Schutz der EU-Außengrenze.

Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin demonstrierten am Dienstagabend mehrere Tausend Menschen dafür, die EU-Grenzen für Migranten zu öffnen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 3500, die Veranstalter der »Seebrücke Berlin« auf rund 8000.

Derweil hat sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen entschieden hinter das harte Vorgehen Griechenlands gegen Migranten an der Grenze zur Türkei gestellt. »Diese Grenze ist nicht nur eine griechische Grenze, es ist auch eine europäische Grenze«, sagte sie bei einem Besuch in Griechenland. Auch Ratspräsident Charles Michel lobte im Grenzort Kastanies die Arbeit der griechischen Regierung. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis machte klar, dass sein Land an der bisherigen harten Linie gegen Migranten festhalten werde.

Von der Leyen sagte Griechenland für das Migrationsmanagement bis zu 700 Millionen Euro Unterstützung zu. 350 Millionen Euro seien sofort verfügbar. Weitere 350 Millionen könnten angefordert werden. dpa » Seite 5

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