25. Januar 2017, 22:28 Uhr

Schulz setzt auf Sieg

Berlin (dpa). Der künftige SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz setzt auf Sieg und den Einzug ins Kanzleramt. »Die SPD will dieses Land führen«, sagte Schulz gestern nach einer Sondersitzung der SPD-Fraktion in Berlin.
25. Januar 2017, 22:28 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA

Berlin (dpa). Der künftige SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz setzt auf Sieg und den Einzug ins Kanzleramt. »Die SPD will dieses Land führen«, sagte Schulz gestern nach einer Sondersitzung der SPD-Fraktion in Berlin.

Eine Wunschkoalition nannte er nicht. »Wir wollen, in welcher Konstellation auch immer, den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland stellen.« Künftige Koalitionspartner müssten sich an den Inhalten der SPD orientieren, betonte Schulz. Denkbar wäre nach heutigem Stand eine rot-rot-grüne oder eine rot-gelb-grüne Koalition unter SPD-Führung. Bis zur Wahl werde seine Partei den Koalitionsvertrag mit der Union erfüllen. Im Wahlkampf werde die SPD aber für sich kämpfen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte am Vortag seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur angekündigt und den bisherigen EU-Parlamentspräsidenten Schulz als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen. Schulz soll auch Parteichef werden. Gabriel wird Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nachfolgen, der am 12. Februar als Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl antritt. Die bisherige Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) soll Wirtschaftsministerin werden. Schulz umriss, worauf er im Wahlkampf setzen wolle. Dabei hob der 61-Jährige – der nie ein Regierungsamt hatte – seine Erfahrungen als Bürgermeister seiner Heimatstadt Würselen und als Fraktionschef im Europaparlament hervor. Als Bürgermeister habe er viel von den Alltagssorgen der Menschen erfahren, von den Bemühungen »der hart arbeitenden Menschen in diesem Lande, die sich an die Regeln der Demokratie halten und sich wünschen, dass die Demokratie Regeln schafft, die sie schützen«.

Selbstbewusstsein gefordert

Einsetzen will sich Schulz für den Zusammenhalt der Gesellschaft und die Verteidigung der Demokratie gegen Rechtspopulismus. »Die Fliehkräfte der Krise setzen die Kräfte der Demokratiefeinde frei«, sagte Schulz in einer Anspielung auf umstrittenen Aussagen des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke zum Geschichtsverständnis. In der Fraktionssitzung rief Schulz nach Teilnehmerangaben die Partei auf, trotz schlechter Umfragen selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos