24. Februar 2020, 23:18 Uhr

Schock in Volkmarsen

24. Februar 2020, 23:18 Uhr
Einsatzkräfte nehmen an der Unfallstelle in Volkmarsen Spuren auf. Zuvor war ein Auto in den dortigen Rosenmontagsumzug gefahren. Dabei gab es mehrere Verletzte. FOTO: DPA

Volkmarsen - Schock, Ratlosigkeit und Wut sind die vorherrschenden Gefühle, nachdem ein 29-jähriger Autofahrer gestern seinen Mercedes anscheinend zielstrebig in die Menschenmenge des Rosenmontagszuges in Volkmarsen gesteuert hat. Etwa 30 Festzugteilnehmer wurden verletzt, sieben davon schwer, darunter mehrere Kinder. Der Fahrer wurde direkt nach der Tat von der Polizei festgenommen, er soll selbst aus Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg kommen.

Festzugteilnehmer, Zuschauer und Rettungskräfte kümmerten sich um die am Boden liegenden Verletzten. Die Rettungssanitäter, die den Festzugweg begleiteten, waren sofort zur Stelle. Aus der benachbarten Apotheke wurde zusätzliches Verbandsmaterial geholt. Dutzende Rettungssanitäter und Notärzte kamen aus der Umgebung hinzu.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Fahrer, ein 29 Jahre alter deutscher Staatsbürger, wurde festgenommen. Er erlitt Verletzungen und soll einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald sein Gesundheitszustand dies zulasse. Zum Motiv könne noch nichts gesagt werden. »Wir ermitteln in alle Richtungen«, hieß es. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen nicht vor. Das hessische Innenministerium schloss einen Anschlag jedoch nicht aus.

Am Abend wurde nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine zweite Person festgenommen. Er soll hinter dem Auto gefilmt haben. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war aber noch unklar, ob es sich um einen Schaulustigen handelte oder ob er eingeweiht war.

Die Polizei hat ein Informationszentrum für Betroffene und Angehörige im Rathaus eingerichtet. Unter dem Eindruck der schrecklichen Tat wurden sämtliche Rosenmontagszüge in Hessen abgesagt.

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) äußerte sich tief betroffen: »Ich bin schockiert über diese schlimme Tat, durch die viele unschuldige Menschen zum Teil schwer verletzt worden sind. Ich bin mit meinen Gedanken bei den Opfern und ihren Familien.«

Medien- und Augenzeugenberichte, wonach der Tatverdächtige stark alkoholisiert war, konnten die Ermittler zunächst nicht bestätigen. Eine Nachbarin sagte zu RTL: »Ich habe ihn heute wegfahren sehen, er sah aus, als stünde er unter Drogen und sagte, ›bald stehe ich in der Zeitung‹.« Alexander Badle, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft wollte das weder dementieren noch bestätigen.

E. Schulten/dpa » Seiten 4 und 7

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