13. September 2017, 23:24 Uhr

SPD kritisiert Merkels Nein

13. September 2017, 23:24 Uhr
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Von DPA

Berlin (dpa). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Vorstoß ihres SPD-Herausforderers Martin Schulz für ein zweites TV-Duell abgelehnt und damit erwartungsgemäß Empörung bei der SPD ausgelöst. »Frau Merkel kneift«, sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. »Das zeugt von mangelndem Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern und der demokratischen Auseinandersetzung.« Merkel verweigere die Debatte über die Zukunft der Bildung, der Rente, der Pflege und der Digitalisierung. Schulz selbst pochte auf eine schriftliche Antwort der Kanzlerin. Schulz hatte einen zweiten direkten Schlagabtausch nach dem TV-Duell vom 3. September gefordert. Im ZDF beklagte er am Dienstagabend, damals seien viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden: »Deshalb habe ich Frau Merkel heute einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all diese Punkte auch diskutiert werden können.«

Schulz selbst kritisierte am Mittwoch vor allem das Vorgehen bei der Absage. Am Rande eines Wahlkampfauftritts in Heppenheim sagte er: »Ich bin erstaunt, dass ich dem Bundeskanzleramt einen Brief schreibe, an die Kanzlerin persönlich – und das Adenauerhaus kommentiert das und lehnt das ab.« Das Nein war zunächst aus der CDU-Zentrale gekommen. Dort hieß es: »Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es.«

AfD organisiert Protest

Viele Protestkundgebungen bei Wahlkampfauftritten von Kanzlerin Merkel und anderen Spitzenpolitikern sind nach Angaben der AfD von ihr selbst organisiert. »Bei der AfD gehört es zum Pflichtprogramm, zu Veranstaltungen mit Regierungspolitikern zu fahren«, sagte der persönliche Referent von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, René Springer. Einer aus dem AfD-Kreisverband, in dessen Gebiet Merkel auftrete, melde eine Protestdemonstration an; der Landesverband lade dann per E-Mail alle Mitglieder ein, sich zu beteiligen. Hauptziel sei es, Merkel klarzumachen, wie viel Ablehnung ihr entgegenschlage. (Seite 4)



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