18. Februar 2020, 23:39 Uhr

Röttgen erklärt Kandidatur

18. Februar 2020, 23:39 Uhr

Berlin - Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat völlig überraschend seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt und damit die bisherigen Favoriten überrascht. Der CDU-Außenpolitiker teilte gestern mit, er habe seine Bewerbung am Morgen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer E-Mail mitgeteilt und später mit ihr darüber gesprochen. Röttgen mahnte eine Entscheidung über den Parteivorsitz bis zum Sommer und eine Klärung der Kanzlerkandidatur zusammen mit der CSU bis zum Jahresende an. Angela Merkel solle bis zum Ende der Wahlperiode 2021 Kanzlerin bleiben.

Es gehe jetzt nicht allein um eine Personalentscheidung für den Parteivorsitz. »Es geht um die politische - also personelle und inhaltliche - strategische Positionierung der CDU«, betonte Röttgen. »Und es geht um die christlich-demokratische Idee von der Zukunft unseres Landes. Und darum kandidiere ich.« Als aussichtsreiche Aspiranten für den CDU-Vorsitz waren bisher NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehandelt worden. Aus dem Umfeld von Merz hatte es geheißen, dass er zur Kandidatur entschlossen sei. Eine offizielle Bewerbung gibt es von ihm bislang aber ebenso wenig wie von Laschet und Spahn.

Laschet machte sich nach Röttgens Ankündigung erneut für eine Teamlösung stark. »Es bleibt dabei: Eine starke Mannschaftsaufstellung der Union mit CDU und CSU ist nötiger denn je«, sagte er. Kramp-Karrenbauer hatte angekündigt, mit allen Interessenten für den Parteivorsitz Einzelgespräche über das weitere Vorgehen zu führen. Mit Merz traf sie sich am Dienstag, während Röttgen seine Pläne in der Bundespressekonferenz erläuterte. »Es war ein sehr gutes Gespräch«, teilte Merz mit. Heute will Kramp-Karrenbauer mit Laschet und Spahn zu getrennten Gesprächen zusammenkommen. Neben Röttgen haben sich zwei weitere CDU-Mitglieder schriftlich für den Vorsitz beworben. Ihre Namen sind noch nicht bekannt. Auf die Frage, ob er für die zuletzt in CDU-Kreisen diskutierte Teamlösung sei, antwortete Röttgen: »Alle sind immer für Team - wie sollte man auch dagegen sein.« dpa » Seite 5

Schlagworte in diesem Artikel

  • Annegret Kramp-Karrenbauer
  • Armin Laschet
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • CDU
  • CSU
  • Friedrich Merz
  • Jens Spahn
  • Norbert Röttgen
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos