15. Januar 2020, 22:38 Uhr

Regierungsprogramm steht

15. Januar 2020, 22:38 Uhr

Erfurt - Linke, SPD und Grüne sind knapp drei Monate nach der Landtagswahl in Thüringen den nächsten Schritt zur Bildung einer Minderheitsregierung gegangen. Die drei Parteien verständigten sich am Mittwoch in Erfurt auf einen rund 60 Seiten starken Regierungsvertrag und warben zugleich bei CDU und FDP für Unterstützung dafür. »Es ist aus unserer Sicht durchaus möglich, dass die CDU uns eins zu eins unterstützen könnte«, sagte Thüringens Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow nach der Einigung.

Thüringen steuert damit angesichts komplizierter Mehrheitsverhältnisse im Landtag auf ein politisches Experiment zu. Bisherige Minderheitsregierungen in den Bundesländern waren entweder Übergangslösungen oder wurden von einer anderen Fraktion zumindest toleriert.

Nach der Wahl Ende Oktober fehlen den bisherigen Regierungspartnern Linke, SPD und Grüne vier Stimmen für eine Mehrheit im Parlament - sie kommen zusammen auf 42 von 90 Sitzen. Zweitstärkste Fraktion mit 22 Sitzen vor der CDU mit 21 Sitzen ist die AfD mit ihrem Frontmann Björn Höcke, mit dem alle anderen Fraktionen eine Zusammenarbeit ablehnen. FDP und CDU hatten angekündigt, eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung nicht tolerieren zu wollen.

Thüringens CDU-Landes- und Fraktionschef Mike Mohring nahm aber ein Gesprächsangebot von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) an. Bei einer zweitägigen Klausur seiner Fraktion habe man sich einstimmig auf 22 »unbestrittene politische Themenfelder« verständigt, die bei dem Treffen mit Ramelow besprochen werden sollen, sagte Mohring nach der Klausur. Er wolle bei dem Treffen signalisieren, dass die CDU-Fraktion bei diesen Themen nicht in eine »Fundamentalopposition« gehen wolle. Dazu gehörten etwa Qualitätsverbesserungen in den Kindergärten und das Einstellen von mehr Polizisten. Ein Termin für ein Treffen von Ramelow und Mohring steht noch nicht fest.

Die SPD und die Grünen wollen noch auf Parteitagen darüber abstimmen lassen, ob sie in eine Minderheitsregierung einsteigen sollen. Die Linken wollen ihre Mitglieder dazu befragen. dpa

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