12. August 2020, 22:29 Uhr

Reformen als Vorbedingung

12. August 2020, 22:29 Uhr
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im Hafengebiet von Beirut. FOTO: DPA

Beirut - Deutschland will dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut nur dann langfristig helfen, wenn es weitreichende Reformen in dem Krisenland gibt. Die Bundesregierung und die EU seien weiter zu Hilfen bereit, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) gestern bei einem Besuch am Ort der Katastrophe. Sie erwarteten jedoch, dass etwa bei Wirtschaftsreformen und der Korruptionsbekämpfung »Worten jetzt auch Taten folgen«. Die Wut der Libanesen sei nachvollziehbar.

»Das hat sich auch auf der Straße in Beirut gezeigt, dass es nicht viel in diesem Land gibt, was bleiben kann, wie es ist«, sagte Maas weiter. »Jeder im Libanon muss erkennen, dass es so nicht weitergehen kann, dass das Land große Reformen braucht.«

Nach seiner Ankunft hatte Maas am Flughafen zunächst dem libanesischen Roten Kreuz einen Scheck in Höhe von einer Million Euro übergeben. Das Geld ist der erste Teil der zugesagten deutschen Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro. Es soll unter anderem betroffene Familien unterstützen, aber auch dem Kampf gegen die Corona-Pandemie dienen. Darüber hinaus stehen bereits weitere drei Millionen Euro zur Auszahlung an UN-Organisationen bereit. An Bord der Maschine wurden auch Hygieneartikel transportiert, die zu einer vom Auswärtigen Amt finanzierten Hilfslieferung des Deutschen Roten Kreuzes in Höhe von 1,5 Millionen Euro zählen.

Viele Libanesen machen die politische Elite für die verheerende Explosion mit mindestens 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten verantwortlich. Sie werfen ihr Versagen und Korruptionvor. Ausgelöst worden sein soll die Explosion durch große Mengen der Chemikalie Ammoniumnitrat, die im Hafen gelagert wurden.

Das Land am Mittelmeer leidet seit Monaten unter einer der schwersten Wirtschaft- und Finanzkrisen seiner Geschichte. In den vergangenen Tagen kam es in Beirut mehrfach zu Protesten, die weitreichende politische Reformen verlangten.

Maas zeigte sich am Katas-trophenort geschockt vom Ausmaß der Zerstörung. Bei der Explosion wurden große Teile des Hafens und der umliegenden Wohngebiete massiv zerstört. Die Diakonie Katastrophenhilfe rief gestern zu verstärkter Hilfe für den Libanon auf. dpa » Seite 5

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