10. November 2017, 23:19 Uhr

Radikaler US-Kurs

10. November 2017, 23:19 Uhr

Da Nang (dpa). US-Präsident Donald Trump hat einen radikalen Kurswechsel der amerikanischen Politik in Asien und im Pazifikraum eingeleitet. Auf einem Gipfel in Vietnam lehnte Trump am Freitag gemeinsame Handelsbündnisse mit verschiedenen Partnern strikt ab. Den Diebstahl von geistigem Eigentum und andere unfaire Praktiken würden die USA nicht länger hinnehmen. Zugleich empfahl er auch allen anderen Nationen, ihr Heil auf eigene Faust zu suchen.

China plädiert für Freihandel

Trumps Rede auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) stand in starkem Kontrast zu einem Auftritt von Chinas Präsident Xi Jinping. Xi warb vor den insgesamt 21 APEC-Mitgliedern für ein »globales Netzwerk aus Freihandelszonen«. Von Chinas Wachstum sollten auch andere Länder profitieren. Seine Rede wurde, anders als die von Trump, immer wieder von Applaus unterbrochen.

Entgegen den Erwartungen gab es bei dem Gipfel in der Küstenstadt Da Nang zunächst kein längeres bilaterales Treffen zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin. Beim Aufstellen zum Gruppenfoto hätten sich die Staatschefs kurz begrüßt und einander die Hand geschüttelt, meldete die russische Agentur Interfax. Nach dem Fototermin seien beide getrennt zum nachfolgenden Bankett des Gipfels gegangen. Ein ausführliches Gespräch war vorher vom Weißen Haus unter Verweis auf Terminprobleme abgesagt worden.

Trumps Rede bedeutet im Kern eine radikale Abkehr von multilateralen Bündnissen. An deren Stelle sollen nun isolierte Verträge zwischen einzelnen Ländern treten. Grundlage dafür müssten Fairness und gegenseitige Achtung sein. »Wir müssen sicherstellen, dass sich alle an die Regeln halten«, sagte er. »Wer das tut, wird unser engster wirtschaftlicher Partner sein. Wer nicht, der kann sich sicher sein, dass die USA Verletzungen, Betrug und wirtschaftlicher Aggression nicht länger zusehen werden.«

Chinas Präsident ging in seiner Rede nicht darauf ein. Sein Auftritt war jedoch ein starkes Kontrastprogramm. Xi bezeichnete die Globalisierung als »unumkehrbaren historischen Trend«. Die Gewinne müssten aber »offener, inklusiver und ausgeglichener« verteilt werden. »Wir sollten den Multilateralismus hochhalten, durch Zusammenarbeit und enge Partnerschaft.« China sei sich der Verantwortung als weltweit zweitgrößte Wirtschaftsnation bewusst. Weitere wichtige Themen des Gipfels, der bis einschließlich heute dauert, sind der Korea-Konflikt und der Kampf gegen den Terrorismus.

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