12. Januar 2020, 23:13 Uhr

Proteste gegen Irans Regierung

12. Januar 2020, 23:13 Uhr

Teheran (dpa). Nach dem irrtümlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs wächst auch im Iran die Kritik an der Führung der Islamischen Republik. Nach ersten Demonstrationen am Samstag gab es am Sonntag erneut teils große Proteste. Unterstützung bekamen die Demonstranten von US-Präsident Donald Trump, der ihnen Beistand zusicherte. »Wir verfolgen Ihre Proteste aufmerksam und lassen uns von Ihrem Mut inspirieren«, schrieb er in Twitterbotschaften auf Englisch und Persisch an das »tapfere, leidgeprüfte« iranische Volk.

Bis zu 3000 Menschen protestierten der Nachrichtenagentur ILNA zufolge am Sonntag in West-Teheran gegen die Regierung. Die Teilnehmer kritisierten auf dem Asadi Platz demnach auch die Vertuschung von Fakten durch die iranische Regierung.

Trump warnte die iranische Führung am Sonntag vor einem gewaltsamen Vorgehen gegen regierungskritische Demonstranten. »Töten Sie nicht ihre Demonstranten«, schrieb er ganz in Großbuchstaben auf Twitter.

Teheran räumt Abschuss ein

Am Rande der Proteste in Teheran wurde am Samstagabend der britische Botschafter kurzzeitig festgesetzt. Er hatte nach eigenen Angaben an einer Trauerkundgebung für die Absturzopfer teilgenommen, unter denen auch Briten waren, die Veranstaltung aber schon nach fünf Minuten verlassen, als Parolen gerufen wurden. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete dagegen, Botschafter Rob Macaire habe vor der Universität Amir Kabir Demonstranten animiert, »radikale Aktionen« durchzuführen.

Das iranische Außenministerium bestellte Macaire am Sonntag ein und erklärte, seine Teilnahme an einer »illegalen Kundgebung« habe gegen die diplomatischen Vorschriften verstoßen.

Nach tagelangem Leugnen hatte der Iran am Samstag eingestanden, für den Absturz des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Todesopfern verantwortlich zu sein. Die Revolutionsgarden erklärten, die Maschine sei inmitten der militärischen Konfrontation mit den USA versehentlich als feindlicher Marschflugkörper eingestuft und dann abgeschossen worden. Zuvor hatten die Behörden das tagelang abgestritten und von einem technischen Defekt gesprochen. » Seite 4

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