19. November 2019, 22:31 Uhr

Peking bleibt hart

19. November 2019, 22:31 Uhr
Ein Demonstrant versucht den Flammen eines gezündeten Molotowcocktails zu entkommen. An der Polytechnischen Universität hielten die Zusammenstöße zwischen Studierenden und der Polizei gestern an. Foto: dpa

Hongkong/Peking (dpa). Bei den Unruhen in Hongkong liefern sich Aktivisten und Polizei ein Tauziehen um die Belagerung einer Universität. Schätzungsweise rund 100 Studenten hatten sich gestern den dritten Tag in Folge in der von Polizeikräften abgeriegelten Polytechnischen Universität verbarrikadiert. Regierungschefin Carrie Lam versicherte vor der Presse, die Sicherheitskräfte wollten die Besetzung der Universität friedlich lösen. »Wir sind äußerst besorgt über die gefährliche Situation auf dem Campus«, sagte sie.

Lam sah »Demonstranten« und »Aufrührer« am Werk. Die Regierungschefin forderte die Aktivisten auf, die Gewalt zu beenden, ihre Waffen abzugeben und friedlich das Gelände zu verlassen. Doch die Regierungschefin machte auch deutlich, dass sie dann von der Polizei festgenommen würden. Nur bei den Minderjährigen werde eine Ausnahme gemacht. Von den rund 600 Studenten, die das Universitätsgelände verlassen hätten, seien rund 200 jünger als 18 Jahre alt gewesen. Allein am Montag wurden nach Informationen der »South China Morning Post« rund 1000 Personen auf dem Campus im Stadtviertel Hung Hom und in den umliegenden Straßen festgenommen. Die Universitäten der früheren britischen Kronkolonie hatten sich vergangene Woche zu neuen Brennpunkten der Proteste entwickelt. Über Nacht waren zunächst viele der jüngeren Demonstranten von einer vermittelnden Gruppe von Mittelschuldirektoren und prominenten Persönlichkeiten vom Gelände der Polytechnischen Universität geführt worden. Die Minderjährigen konnten nach Hause gehen, nachdem die Polizei ihre Personalien aufgenommen hatten. Eine Verurteilung wegen »Aufruhrs« kann in Hongkong eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren nach sich ziehen.

Nach der Aufhebung des Vermummungsverbots durch ein Gericht in Hongkong wies die chinesische Zentralregierung das Urteil als nicht rechtmäßig zurück. Alle Verordnungen stünden im Einklang mit dem Grundgesetz.

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