15. Juni 2017, 23:07 Uhr

Nun Trump im Visier

15. Juni 2017, 23:07 Uhr

Washington (dpa). US-Präsident Donald Trump ist jetzt persönlich im Visier von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Die »Washington Post« hatte am Mittwochabend berichtet, der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler untersuche den Vorwurf, Trump habe im Zuge der Russland-Affäre möglicherweise die Justiz behindert.

Trump reagierte prompt: »Ihr werdet Zeuge der größten Hexenjagd in der politischen Geschichte der USA«, schrieb der Präsident auf Twitter. »Sie haben eine faule Geschichte zu Absprachen mit den Russen erfunden, mit null Ergebnis, jetzt versuchen Sie es mit Justizbehinderung bei Ihrer faulen Geschichte. Hübsch.«, schrieb Trump.

Ein Vertreter von Trump-Anwalt Marc Kasowitz reagierte wütend: »Das Enthüllen von Informationen des FBI über den Präsidenten ist ungeheuerlich, unentschuldbar und illegal«, heißt es in einer Stellungnahme von Mark Corallo, einem Sprecher der Kanzlei von Kasowitz.

In der vergangenen Woche hatte der frühere, von Trump entlassene FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats beschrieben, wie Trump bei einem Vier-Augen-Gespräch versucht habe, ihn zu überzeugen, die Ermittlungen gegen den früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn fallen zu lassen. »Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen«, hatte Trump laut den Aufzeichnungen Comeys gesagt. Dieser sei darauf nicht eingegangen.

Neben Comey waren vom Geheimdienstausschuss auch der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats sowie der Chef des Abhördienstes NSA, Michael Rogers, vernommen worden. Teile der Anhörungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch Justizminister Jeff Sessions, ein treuer Trump-Unterstützer, hatte aussagen müssen. Coats und Rogers hätten sich auch bereiterklärt, beim FBI auszusagen. Dies gilt auch für Trump. In einer Pressekonferenz hatte er in der vergangenen Woche erklärt, er sei »Hundert Prozent bereit«, unter Eid auszusagen. Zuletzt hatte es aus dem Umfeld des Präsidenten geheißen, Trump erwäge eine Entlassung von Sonderermittler Mueller. (Seite 5)

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