03. September 2017, 23:19 Uhr

Nordkorea testet Grenzen aus

03. September 2017, 23:19 Uhr
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Von DPA

Pjöngjang/Seoul/Peking (dpa). Nordkorea hat mit seinem bisher größten Atomtest US-Präsident Donald Trump provoziert und die internationale Gemeinschaft alarmiert. Machthaber Kim Jong Un testete nach nordkoreanischen Angaben eine Wasserstoffbombe, die ein Vielfaches stärker ist als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der Test sei erfolgreich verlaufen, verkündete eine Sprecherin am Sonntag mit feierlicher Stimme im Staatsfernsehen. Der sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 löste weltweit scharfe Kritik aus.

Test auch in Deutschland registriert

Trump wollte noch am Sonntag mit seinem Sicherheitsteam zu Beratungen zusammenkommen. Die Entwicklung werde sorgfältig beobachtet, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Zuvor hatte Trump auf Twitter Nordkorea als einen »Schurkenstaat« bezeichnet, der eine Bedrohung für die USA darstelle und bei dem eine »Sprache der Beschwichtigung« nicht funktioniere. Die USA verfolgen die Entwicklung der Atomsprengköpfe und der Interkontinentalraketen mit besonderer Sorge, weil sie einen Schlag gegen amerikanisches Territorium befürchten.

Der Atomtest ist aber auch ein Affront für die direkten Nachbarn China und Russland. Er erfolgte unmittelbar vor dem Gipfel der BRICS-Staaten in der chinesischen Hafenstadt Xiamen, wo die Staats- und Regierungschefs aus China, Russland, Indien, Brasilien und Südafrika zusammenkommen.

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron verurteilten den neuen Atomtest »aufs Schärfste«. Beide seien sich bei einem Telefonat darin einig gewesen, »dass Nordkorea das internationale Recht mit Füßen tritt...«, teilte das Bundespresseamt mit. Der UN-Sicherheitsrat hat unterdessen für heute Vormittag eine Sondersitzung einberufen.

Die Erschütterungen nach dem Atomtest waren nach deutschen Messungen mit einer Magnitude von 6,1 deutlich stärker als alle vorherigen Atomtests Nordkoreas. Die seismischen Signale wurden von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe registriert. Sie seien an der IMS-Messstation GERES im Bayerischen Wald gut elfeinhalb Minuten nach der 8200 Kilometer entfernten Explosion aufgezeichnet worden. (Seite 4)



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