05. März 2020, 22:44 Uhr

Neue Hoffnung für Idlib

05. März 2020, 22:44 Uhr

Moskau/Ankara - Russland und die Türkei haben sich auf einen neuen Anlauf für einen Waffenstillstand in der syrischen Rebellenhochburg Idlib geeinigt. Dieser trete kurz nach Mitternacht zum Freitag in Kraft, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gestern in Moskau. Kremlchef Wladimir Putin sagte, dass nach rund sechs Stunden gemeinsamer Arbeit ein entsprechendes Dokument entstanden sei. Dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu zufolge, der kurz darauf einige Details des Abkommens beschrieb, garantieren Russland und die Türkei gemeinsam die Einhaltung des Waffenstillstands. Man habe sich zudem auf gemeinsame Patrouillen ab dem 15. März in der Region geeinigt. Außerdem soll ein Sicherheitskorridor entlang der Verbindungsstraße M4 eingerichtet werden. Der werde »sechs Kilometer tief im Norden und sechs Kilometer tief im Süden« der M4 etabliert. Die M4 verläuft von der Regierungshochburg an der Mittelmeerküste im Westen des Landes über die Provinz Idlib in Richtung nordsyrische Großstadt Aleppo. Innerhalb des Korridors liegen wichtige Städte, aus denen sich die Regierungsgegner dann zurückziehen müssten. Schon früher hatten sich die Türkei und Russland auf eine Pufferzone für Idlib geeinigt, die jedoch eine weitere Eskalation nicht verhindern konnte.

Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow sollen die Waffen entlang der Frontlinie in der bereits mit dem Sotschi-Abkommen von 2018 vereinbarten Deeskalationszone schweigen. Die Verteidigungsministerien beider Länder wollten in den nächsten Tagen konkrete Maßnahmen vereinbaren, um den Waffenstillstand zu überwachen. Eigentlich gilt in Idlib bereits eine Waffenruhe. In den letzten Wochen war aber das syrische Militär mit russischer Unterstützung weiter in das Gebiet vorgerückt. Hunderttausende Menschen fliehen derzeit vor den syrischen und russischen Angriffen in Richtung türkische Grenze. Der deutsche Außenminister Heiko Maas pochte auf eine schnelle Lösung und sichere Versorgung der Flüchtlinge. dpa

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