08. April 2020, 22:41 Uhr

Nächste Woche erste Flüge

08. April 2020, 22:41 Uhr

Berlin/Athen - Eigentlich wollten zehn EU-Staaten unbegleitete Minderjährige aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland aufnehmen. Doch nur Deutschland und Luxemburg setzen ihre Zusage jetzt trotz Corona-Krise in die Tat um - zumindest teilweise.

Ende kommender Woche sollen die ersten 50 Kinder in Deutschland ankommen. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin entschieden. Die ersten zwei Wochen nach ihrer Einreise werden die Kinder, die alle noch in Griechenland auf das Coronavirus getestet werden, in Quarantäne in Niedersachsen verbringen. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden.

Außer Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur Luxemburg bereit, jetzt schon junge Migranten aus den informellen Lagern zu holen. Weitere Staaten, die ursprünglich auch Hilfe zugesagt hatten, machen den Zeitpunkt der Aufnahme davon abhängig, dass sie die Corona-Pandemie in den Griff bekommen.

Deutschland will in nächster Zeit laut Bundesregierung noch rund 300 bis 450 weitere Minderjährige aus Griechenland aufnehmen. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte im März beschlossen, zusammen mit anderen EU-Staaten aus Griechenland insgesamt etwa 1000 bis 1500 Kinder zu holen und zu betreuen.

Kompliziertes Auswahlverfahren

Laut Innenministerium haben sich auch Frankreich, Luxemburg, Portugal, Irland, Finnland, Kroatien, Litauen, Belgien und Bulgarien bereit erklärt, Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Nach Luxemburg sollen in einem ersten Schritt zwölf Kinder gebracht werden.

Dass in dem Flugzeug, das Ende kommender Woche von Deutschland geschickt wird, voraussichtlich nur rund 50 und nicht etwa 70 oder 80 Kinder sitzen werden, hat auch mit dem komplizierten Auswahlverfahren zu tun. Deutschland hatte erklärt, es wolle vor allem kranke Kinder aufnehmen, Minderjährige im Alter unter 14 Jahren sowie möglichst viele Mädchen. Die Mehrheit der unbegleiteten Minderjährigen, die auf den Inseln unter erbärmlichen Umständen hausen, sind aber Jungen. Außerdem muss in jedem Einzelfall die Identität geklärt werden. dpa

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